Schöpfung und Evolution in der Schule

Ringvorlesung: Wissen und Glauben in Judentum & Islam (auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung)

Evolutionsbiologie wird in den USA, in Israel und auch in islamisch geprägten Ländern an einigen religiös orientierten Schulen nicht unterrichtet. Kritik dagegen erhebt sich zunehmend auch aus den Reihen jüdischer und muslimischer Theolog*innen und Wissenschaftler*innen. Sie bemängeln, dass die fehlende oder nachrangige Behandlung der Evolutionsbiologie bei religiösen Menschen Misstrauen gegenüber den Naturwissenschaften schüren könnte. Zudem würden Kinder und Jugendliche dadurch um eine wissenschaftsorientierte Bildung gebracht. Viele sehen in einer solchen Zensur von Unterrichtsprogrammen gar eine Vernachlässigung der religiösen Pflicht, nach Wissen und Erkenntnis zu streben.

4. Juli, 19 Uhr
Ort

W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium


Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
(gegenüber dem Museum)

Wie aber ließe sich für gläubige Schüler*innen sowohl eine naturwissenschaftliche als auch eine theologische Sichtweise auf die Welt vermitteln, ohne dabei religiöse Perspektiven zu delegitimieren oder zu verabsolutieren? Und wie gehen Lehrer*innen mit Positionen um, die eine solche Vereinbarkeit ausschließen?

Es diskutieren Rachel S. A. Pear und Anila Asghar.

Rachel S.A. Pear und Anila Asghar

Rachel S. A. Pear und Anila Asghar, Fotos: Debbi Cooper/McGill University

Rachel S. A. Pear

Rachel S. A. Pear ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Center for Jewish Education der Universität Haifa, wo sie über evolutionsbiologische Bildung in israelischen Schulen forscht. Sie hat über die Auseinandersetzung des amerikanischen orthodoxen Judentums mit der Evolutionslehre promoviert.

Anila Asghar

Anila Asghar ist Professorin im Department of Integrated Studies in Education der McGill University, Kanada. Sie forscht zu wissenschaftspädagogischen Themen und hat über die Vermittlung der Evolutionstheorie an Schulen in muslimischen Ländern publiziert.

Über die Ringvorlesung

Wissenschaftliche Entdeckungen auf dem Gebiet der Astronomie, Geologie und Biologie haben in den letzten Jahrhunderten das Selbstverständnis des Menschen als Mittelpunkt und »Krönung der Schöpfung« in Frage gestellt. Heute stehen sich religions- und wissenschaftsfeindliche Positionen oft unversöhnlich gegenüber. Während die einen Religionen als mit einer modernen Weltsicht unvereinbar darstellen, fordern andere, dass Kreationismus an den Schulen als gleichberechtigte Alternative zur Evolutionstheorie unterrichtet wird. Das gegenwärtig zwiespältige Verhältnis von Religion und Wissenschaft war in der Vergangenheit über lange Zeit keinesfalls dominierend. Zahlreiche Theolog*innen waren zugleich Naturwissenschaftler*innen und lieferten bedeutende Beiträge zu unserem Verständnis der Welt und des Menschen.

Das Ziel dieser Vorlesungsreihe ist es daher, das spannungsreiche Verhältnis von Judentum und Islam zu den Wissenschaften auszuloten. Der oben genannten Konflikterzählung sollen andere Narrative zur Seite gestellt werden. Dazu widmet sich die Vortragsreihe Themen wie der Schöpfungslehre und Evolution, dem Glauben an Wunder, dem biologischen Determinismus und freien Willen, der historisch-kritischen Erforschung der Heiligen Schriften und dem Umgang jüdischer und muslimischer Religionspädagog*innen mit Wissenschaften.

Wenn Sie sich für eine Veranstaltung anmelden, denken Sie bitte daran, dass das Ticket 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung verfällt. Es wird dann an ggf. wartende Besucher*innen gegeben.
Ort

W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium


Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
(gegenüber dem Museum)

Was, wann, wo?

  • Wann

    Donnerstag, 4. Juli 2019, 19 Uhr

  • Wo
    W. M. Blumenthal Akademie,
    Klaus Mangold Auditorium

    
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
    (gegenüber dem Museum)

  • Eintritt

    frei – die Anmeldung ist ab Mitte Juni über den Onlineshop möglich

  • VeranstaltungsspracheDie Veranstaltung findet in englischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung statt.

  • Anmeldung für Journalist*innen Tel.: +49 (0)30 25 993 419
    presse@jmberlin.de

Ringvorlesung 2018/19 (6) Wissen und Glauben in Judentum und Islam Alle anzeigen

Wissen und Glauben in Judentum und Islam

Wissenschaftliche Entdeckungen haben in den letzten Jahrhunderten das Selbst­verständnis des Menschen als »Krönung der Schöpfung« in Frage gestellt.

Heute stehen sich religions- und wissenschafts­feindliche Positionen oft unversöhnlich gegenüber. Das Ziel dieser Vorlesungsreihe ist es, das spannungs­reiche Verhältnis von Judentum und Islam zu den Wissenschaften auszuloten.

Gott, Darwin und die Evolution

31. Januar 2019, 19 Uhr
Die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie haben das Verständnis von der Entstehung des Lebens grundlegend verändert. Wie lässt sich der Schöpfungsglaube in Judentum und Islam vor diesem Hintergrund heute denken? Darüber diskutieren Natan Slifkin (Biblischer Museum für Naturgeschichte, Beit Shemesh) und Rana Dajani (University, Hashemite Jordanien).

Wie viel Gott ist in den heiligen Schriften?

5. März 2019, 19 Uhr
Wie lassen sich der Glaube an die Offenbarung der Heiligen Schriften und die historische Textforschung miteinander vereinbaren? Über diese Frage diskutieren Benjamin Sommer, Experte für moderne jüdische Theologie und Abdelmajid Charfi, Herausgeber einer aktuellen historisch-kritischen Koranausgabe.

Der Mensch zwischen Freiheit und Schicksal

30. April 2019, 19 Uhr
Neue Erkenntnisse der Psychologie, der Hirn- und Genforschung ziehen die Fähigkeit des Menschen zur bewussten Entscheidung immer stärker in Zweifel. Es geht dabei um nicht weniger als die Verantwortung des Menschen für sein eigenes Handeln. Ist unsere Willensfreiheit wirklich nur eine Illusion? Es diskutieren Alan Mittleman (Jewish Theological Seminary of America) und Martin Mahmud Kellner (Institut für Islamische Theologie, Osnabrück).

Glauben Sie an Wunder?

13. Juni 2019, 19 Uhr
Wundererzählungen aus den Heiligen Schriften des Judentums und des Islam stoßen bei vielen Menschen auf Skepsis oder Ablehnung. Für Gläubige sind sie objektive Tatsachenberichte und Beweis für die Existenz Gottes. Kann man heute noch an Wunder glauben? Der Experte für jüdische Philosophie, James A. Diamond, diskutiert mit der Religionswissenschaftlerin Umeyye Isra Yazicioglu.

Schöpfung und Evolution in der Schule

4. Juli 2019, 19 Uhr
An einigen religiös orientierten Schulen in den USA, in Israel und in islamisch geprägten Ländern wird die Evolutionsbiologie nicht unterrichtet. Die Kritik gegenüber dieser Praxis wächst auch aus den Reihen jüdischer und muslimischer Theolog*innen. Wie kann sowohl eine naturwissenschaftliche als auch eine theologische Sichtweise auf die Welt gelehrt werden, ohne dabei religiöse Perspektiven zu delegitimieren oder zu verabsolutieren? Die Erziehungswissenschaftlerinnen Rachel S. A. Pear und Anila Asghar diskutieren darüber aus jüdischer und muslimischer Perspektive.

Wissenschaft im Zeichen des Glaubens

20. November 2018, 19 Uhr
Die Ringvorlesung lotet das Verhältnis von Judentum und Islam zu den Wissenschaften aus. Geoffrey A. Mitelman (Sinai and Synapses) und Ahmad S. Dallal (Georgetown University, Qatar) diskutieren, wie jüdische und islamische Theolog*innen über Jahrhunderte das Spannungsfeld zwischen dem Glauben an Gott, seiner Offenbarung und der menschlichen Vernunft reflektiert haben.

Akademieprogramme (6) Kommende Veranstaltungen Alle anzeigen

Kommende Veranstaltungen

Hier finden Sie das aktuelle Veranstaltungsprogramm des Jüdisch-Islamischen Forums und des Akademieprogramms zu Migration und Diversität.

Gott, Darwin und die Evolution

31. Januar 2019
Die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie haben das Verständnis von der Entstehung des Lebens grundlegend verändert. Wie lässt sich der Schöpfungsglaube in Judentum und Islam vor diesem Hintergrund heute denken? Darüber diskutieren Natan Slifkin (Biblischer Museum für Naturgeschichte, Beit Shemesh) und Rana Dajani (University, Hashemite Jordanien).

Wie viel Gott ist in den heiligen Schriften?

5. März 2019
Wie lassen sich der Glaube an die Offenbarung der Heiligen Schriften und die historische Textforschung miteinander vereinbaren? Über diese Frage diskutieren Benjamin Sommer, Experte für moderne jüdische Theologie und Abdelmajid Charfi, Herausgeber einer aktuellen historisch-kritischen Koranausgabe.

Zugangsbarrieren

20. März 2019
Die Tagung setzt sich mit diskriminierenden Zugangsbarrieren zu Schulen auseinander und hinterfragt rassismuskritisch museale Praxen des Sammelns, Ordnens und Ausstellens. Mit Keynotes von Jane Weiß (Humboldt Universität zu Berlin) und Bonita Bennett (District Six Museum, Kapstadt).

Der Mensch zwischen Freiheit und Schicksal

30. April 2019
Neue Erkenntnisse der Psychologie, der Hirn- und Genforschung ziehen die Fähigkeit des Menschen zur bewussten Entscheidung immer stärker in Zweifel. Es geht dabei um nicht weniger als die Verantwortung des Menschen für sein eigenes Handeln. Ist unsere Willensfreiheit wirklich nur eine Illusion? Es diskutieren Alan Mittleman (Jewish Theological Seminary of America) und Martin Mahmud Kellner (Institut für Islamische Theologie, Osnabrück).

Glauben Sie an Wunder?

13. Juni 2019
Wundererzählungen aus den Heiligen Schriften des Judentums und des Islam stoßen bei vielen Menschen auf Skepsis oder Ablehnung. Für Gläubige sind sie objektive Tatsachenberichte und Beweis für die Existenz Gottes. Kann man heute noch an Wunder glauben? Der Experte für jüdische Philosophie, James A. Diamond, diskutiert mit der Religionswissenschaftlerin Umeyye Isra Yazicioglu.

Schöpfung und Evolution in der Schule

4. Juli 2019
An einigen religiös orientierten Schulen in den USA, in Israel und in islamisch geprägten Ländern wird die Evolutionsbiologie nicht unterrichtet. Die Kritik gegenüber dieser Praxis wächst auch aus den Reihen jüdischer und muslimischer Theolog*innen. Wie kann sowohl eine naturwissenschaftliche als auch eine theologische Sichtweise auf die Welt gelehrt werden, ohne dabei religiöse Perspektiven zu delegitimieren oder zu verabsolutieren? Die Erziehungswissenschaftlerinnen Rachel S. A. Pear und Anila Asghar diskutieren darüber aus jüdischer und muslimischer Perspektive.

Veranstaltungskalender

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