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Ab 23. August 2020 präsentiert die vollständig neu gestaltete Dauer­ausstellung jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Bis dahin bleibt das Jüdische Museum Berlin wegen Umbaus geschlossen.

Zwei Filme: Aïda und The Midnight Orchestra

Mein Herz im Maghreb. Jüdisch-marokkanische Filmwoche

Marokko war einst Heimat der größten jüdischen Gemeinde in einem arabischen Land. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts lebten dort mehr als 250 000 Jüd*innen, von denen jedoch zwischen den 1950er und 1970er Jahren die Mehrheit das Land verließ und nach Israel, Europa und Nordamerika auswanderte. In Marokko leben heute noch 2500 Jüd*innen, die meisten von ihnen in Casablanca.

Seit etwa zwanzig Jahren steigt das Interesse am marokkanischen Judentum. Junge muslimische Marokkaner*innen entdecken das jüdische Erbe ihres Landes und auch die Nachkommen der aus Marokko ausgewanderten Jüd*innen gehen den Spuren ihrer Eltern und Großeltern nach und erkunden die Traditionen, Erzählungen und die Musik einer lange vernachlässigten Kultur.

Die Filmwoche Mein Herz im Maghreb zeigt Spiel- und Dokumentarfilme aus Frankreich, Kanada, Israel, vor allem aber aus Marokko selbst, die sich dem marokkanischen Judentum aus verschiedenen Blickwinkeln nähern und die zum großen Teil erstmals in Deutschland zu sehen sind. Alle Filme werden in der Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt, im Anschluss werden die Regisseur*innen zu Filmgesprächen in englischer Sprache anwesend sein.

Gerahmt wird die Filmwoche von einem historischen Einführungsvortrag und einem Abschlussgespräch über Erinnerungskultur und die Lage der Jüd*innen in Marokko heute (beides in englischer Sprache). Den feierlichen Auftakt zur Filmwoche bildet ein Konzert der israelischen Sängerin Neta Elkayam, die mit traditionellen arabischen Melodien ihre eigenen Wurzeln entdeckt und gleichzeitig mit neuen Liedern die Kultur der marokkanischen Jüd*innen weiterträgt.

Die Filmwoche findet im Rahmen des Jüdisch-Islamischen Forums der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin statt in Kooperation mit der »Association des Amis du Musée du Judaïsme Marocain«, Casablanca.

Der Verein der Freunde des Museums des marokkanischen Judentums AAMJM wurde 2013 in Marokko gegründet. Er steht allen offen, die sich für die Wahrung des kulturellen Erbes des marokkanischen Judentums engagieren wollen. Der Verein führt verschiedene Projekte durch, die auf der Webitevorgestellt werden.

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs Marokko in der Bundesrepublik Deutschland

Medienpartner: Zitty

leider verpasst

Ort

W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin (gegenüber dem Museum)

Filmprogramm

11. Mai 2016, 17 Uhr
Aïda

Regie: Driss Mrini, Spielfilm, Marokko 2015, 94 Minuten
Französisch, Arabisch mit englischen Untertiteln

Aïda, eine jüdische Musikwissenschaftlerin in Paris, ist unheilbar krank und kehrt in ihr Geburtsland Marokko zurück, um ihre Wurzeln zu erkunden. Dabei findet sie nicht nur ihre Kindheitserinnerungen wieder, sondern auch ihren Lebensmut, denn die marokkanische Heimat birgt für sie eine große Überraschung. Das Drama war in diesem Jahr Marokkos Oscar-Einreichung für die Kategorie Bester Fremdsprachiger Film.

Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Driss Mrini.

Filmstill

Filmstill aus The Midnight Orchestra; Stefano BERCA 2014

11. Mai 2016, 19:15 Uhr
The Midnight Orchestra

L’orchestre de minuit
Regie: Jérôme Cohen Olivar, Spielfilm, Marokko 2015, 114 Minuten
Französisch, Arabisch mit englischen Untertiteln

Michael, der Sohn eines einst berühmten jüdischen Musikers, kehrt nach vielen Jahren in sein Geburtsland Marokko zurück, um sich dort mit seinem Vater zu treffen. Als der Vater unerwartet stirbt, sieht sich der Sohn in der Pflicht, das ehemalige Orchester seines Vaters wiederzubeleben, um bei seiner Beerdigung zu spielen. In der komödienhaften Handlung verbirgt sich eine Suche nach Identität und persönlichem und kulturellem Erbe.

Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Jérôme Cohen Olivar.

Was, wann, wo?

  • Wann 11. Mai 2016, 17 Uhr und 19:15 Uhr
  • Wo W. M. Blumenthal Akademie, Klaus Mangold Auditorium (aka Saal)

    Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
    (gegenüber dem Museum)

    Zum Lageplan
  • Eintritt

    frei