Zwei Filme und Abschlussgespräch: Oulad Moumen und They were Promised the Sea

Mein Herz im Maghreb. Jüdisch-marokkanische Filmwoche

Marokko war einst Heimat der größten jüdischen Gemeinde in einem arabischen Land. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts lebten dort mehr als 250 000 Jüd*innen, von denen jedoch zwischen den 1950er und 1970er Jahren die Mehrheit das Land verließ und nach Israel, Europa und Nordamerika auswanderte. In Marokko leben heute noch 2500 Jüd*innen, die meisten von ihnen in Casablanca.

Seit etwa zwanzig Jahren steigt das Interesse am marokkanischen Judentum. Junge muslimische Marokkaner*innen entdecken das jüdische Erbe ihres Landes und auch die Nachkommen der aus Marokko ausgewanderten Jüd*innen gehen den Spuren ihrer Eltern und Großeltern nach und erkunden die Traditionen, Erzählungen und die Musik einer lange vernachlässigten Kultur.

Die Filmwoche Mein Herz im Maghreb zeigt Spiel- und Dokumentarfilme aus Frankreich, Kanada, Israel, vor allem aber aus Marokko selbst, die sich dem marokkanischen Judentum aus verschiedenen Blickwinkeln nähern und die zum großen Teil erstmals in Deutschland zu sehen sind. Alle Filme werden in der Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt, im Anschluss werden die Regisseur*innen zu Filmgesprächen in englischer Sprache anwesend sein.

Gerahmt wird die Filmwoche von einem historischen Einführungsvortrag und einem Abschlussgespräch über Erinnerungskultur und die Lage der Jüd*innen in Marokko heute (beides in englischer Sprache). Den feierlichen Auftakt zur Filmwoche bildet ein Konzert der israelischen Sängerin Neta Elkayam, die mit traditionellen arabischen Melodien ihre eigenen Wurzeln entdeckt und gleichzeitig mit neuen Liedern die Kultur der marokkanischen Jüd*innen weiterträgt.

Die Filmwoche findet im Rahmen des Jüdisch-Islamischen Forums der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin statt in Kooperation mit der »Association des Amis du Musée du Judaïsme Marocain«, Casablanca.

Der Verein der Freunde des Museums des marokkanischen Judentums AAMJM wurde 2013 in Marokko gegründet. Er steht allen offen, die sich für die Wahrung des kulturellen Erbes des marokkanischen Judentums engagieren wollen. Der Verein führt verschiedene Projekte durch, die auf der Webitevorgestellt werden.

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs Marokko in der Bundesrepublik Deutschland

Medienpartner: Zitty

leider verpasst
Ort

W. M. Blumenthal Akademie, Saal


Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
(gegenüber dem Museum)

Filmprogramm und Abschlussgespräch

12. Mai 2016, 17 Uhr
Retrouver Oulad Moumen

Retrouver Oulad Moumen
Regie: Izza Génini, Dokumentarfilm, Frankreich 1994, 48 Minuten
Französisch mit englischen Untertiteln

In ihrem Film dokumentiert Izza Génini die Geschichte ihrer Familie, die sich, geprägt von sozialem Aufstieg und Auswanderung, im Verlauf des 20. Jahrhunderts erst innerhalb Marokkos und schließlich über Europa und Nordamerika hinaus in der ganzen Welt zerstreut. Aus Anlass eines Familienfestes kommen drei Generationen wieder in Oulad Moumen zusammen und entdecken ihre gemeinsamen marokkanischen Wurzeln. Die persönliche und dennoch universelle Familiengeschichte ist eine der ersten filmischen
Auseinandersetzungen mit der Geschichte der marokkanischen Jüd*innen.

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Izza Génini.

Filmstill

Filmstill aus They were Promised the Sea; Kathy Wazana

12. Mai 2016, 18:30 Uhr
They were Promised the Sea. Arab Jews between Homeland and Promised Land

Pour une Nouvelle Séville. Juifs Arabes entre terre ancestrale et Terre Promise
Regie: Kathy Wazana, Dokumentarfilm, Kanada 2013, 72 Minuten
Französisch, Englisch, Arabisch, Hebräisch mit englischen Untertiteln

Die Filmemacherin Kathy Wazana verließ in den 1960er Jahren im Alter von zehn Jahren ihren Geburtsort Casablanca. Wie viele andere Jüd*innen zu dieser Zeit glaubten ihre Eltern, dass sie in Marokko nicht mehr sicher seien. Kathy Wazana bricht auf zu einer filmischen Reise durch Marokko, Israel und New York und trifft auf andere Aktivist*innen, die ähnlich wie sie zwischen unterschiedlichen Identitäten, zwischen Heimat und Gelobtem Land zerrissen sind. Schließlich begleitet sie Shira Ohayon vom Andalusischen Orchester Jerusalem auf eine Reise nach Marokko, wo sie mit »Willkommen zu Hause« begrüßt werden.

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Kathy Wazana.

12. Mai 2016, 20:30 Uhr
Erinnerungskulturen und marokkanisches Judentum heute. Abschlussgespräch (auf Englisch)

Zum Abschluss der Filmwoche widmet sich ein Panel zentralen Fragen, die durch die Filme aufgeworfen wurden: Wie erinnern sich einerseits ausgewanderte marokkanische Jüd*innen an Marokko und andererseits marokkanische Muslim*innen an ihre ehemaligen jüdischen Nachbar*innen und Freund*innen? Welche Veränderungen gibt es in der Erinnerungskultur zwischen erster, zweiter und dritter Generation? Wie wird die Massenauswanderung in den 1950er bis 1970er Jahren bewertet? Und wie sieht die Situation der in Marokko verbliebenen Jüd*innen heute aus?

Mit Mohamed Elmedlaoui (Université Mohammed V – Souissi, Rabat), Iris Hefets (Psychotherapeutin und Autorin, Berlin), Jean Lévy (Association des Amis du Musée du Judaïsme Marocain Casablanca/Berlin), Emanuela Trevisan Semi (Università Ca’ Foscari, Venedig) Moderation: Sophie Wagenhofer (Historikerin)

Ort

W. M. Blumenthal Akademie, Saal


Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
(gegenüber dem Museum)

Was, wann, wo?

  • Wann

    12. Mai 2016, 17 Uhr, 18:30 Uhr und 20:30 Uhr

  • Wo
    W. M. Blumenthal Akademie, Saal

    
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
    (gegenüber dem Museum)

  • Eintritt

    frei

Jüdisch-marokkanische Filmwoche (5) Mein Herz im Magreb Show all

Mein Herz im Magreb

Die Filmwoche Mein Herz im Maghreb zeigte im Mai 2016 Spiel- und Dokumentarfilme aus Frankreich, Kanada und Israel, vor allem aber aus Marokko selbst. Die Filme nähern sich dem marokkanischen Judentum aus verschiedenen Blickwinkeln. Sie waren zum großen Teil erstmals in Deutschland zu sehen.

Oulad Moumen & They were Promised the Sea

12. Mai 2016
Zwei Filme und Abschlussgespräch im Filmprogramm

Aïda & The Midnight Orchestra

11. Mai 2016
Zwei Filme im Filmprogramm: Aïda (Regie: Driss Mrini) und The Midnight Orchestra (Regie: Jérôme Cohen Olivar)

White Walls & Come Mother

9. Mai 2016
Zwei Filme im Filmprogramm: White Walls (Regie: Meital Abekassis) und Come Mother (Regie: Sami Shalom Chetrit)

Eröffnungsvortrag und Konzert

8. Mai 2016
Einführungsvortrag Daniel J. Schroeter und Konzert von Neta Elkayam Howa Jani

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