_
Jüdisches Museum Berlin vor Ort Kinder, Schüler, Lehrer Online-Schaukasten Der Museumsblog »Blogerim«

»Dem Deutschen Volke«

Die Geschichte der Berliner Bronzegießer Loevy


Franz Linkhorst, S.A. Loevy vor der fertiggestellten Dioskurengruppe für die Botschaft in St. Petersburg, Berlin 1912, Fotografie

Franz Linkhorst, S.A. Loevy vor der fertiggestellten Dioskurengruppe für die Botschaft in St. Petersburg, Berlin 1912, Fotografie
© Privater Leihgeber

Die Inschrift »Dem Deutschen Volke« am Reichstagsgebäude ist allseits bekannt. Doch um ihre Geschichte wissen nur wenige. Erst 1916, mehr als zwanzig Jahre nach der Fertigstellung des Gebäudes im Jahre 1894, wurde sie an der Westfassade angebracht. Den Auftrag hierzu bekam die Firma S. A. Loevy, eine der renommiertesten Bronzegießereien der damaligen Zeit.

Das Jüdische Museum Berlin verfolgte in seiner Wechselausstellung die Geschichte der Bronzegießerfamilie Loevy über vier Generationen hinweg: Ihren Aufstieg in das Bürgertum, ihre vergeblichen Versuche, als gleichwertige Deutsche akzeptiert zu werden, und ihr Schicksal nach 1933, als zahlreiche Familienmitglieder verfolgt, ermordet oder in die Emigration getrieben wurden. Dazu gehören etwa Leo Kopf, Komponist und Chordirigent an verschiedenen Berliner Synagogen, oder Erich Gloeden, 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, weil er einen am Attentat auf Hitler beteiligten General Unterschlupf gewährte.

Die Ausstellung zeigte aber auch die unternehmerischen und künstlerischen Leistungen der 1855 gegründeten Firma. So stattete S. A. Loevy zahlreiche prominente Bauten, wie beispielsweise die Deutsche Botschaft in St. Petersburg, mit ihren Arbeiten aus. Im Auftrag von Walter Gropius produzierte sie seit 1923 die berühmte Gropius-Klinke, eine Designikone des 20. Jahrhunderts. Auch in zahlreichen Berliner Gebäuden lassen sich noch Spuren der nach 1933 in Vergessenheit geratenen Firma finden.

Wann

21. März 2003 - 15. Juli 2003

Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit Essays und CD-ROM.

In Kontakt bleiben über