Marcelo Brodsky: »Buena Memoria«
Marcelo Brodsky »Buena Memoria«
Marcelo Brodsky (geboren 1954) gehört einer Generation von argentinischen Künstlern an, deren Leben und Werk vom Trauma der argentinischen Militärdiktatur gezeichnet ist. Nach seiner Rückkehr aus dem spanischen Exil schuf Brodsky »Buena Memoria« - das »gute Gedächtnis« - zur Erinnerung an seine ermordeten Schulkameraden und seinen vermissten Bruder.
Wann
29. August 2004 - 30. November 2004
Wo
im Segment Gegenwart in der Dauerausstellung
Ausgehend von einer künstlerisch bearbeiteten Fotografie seiner
Schulklasse am Colegio National de Buenos Aires von 1967 erzählt er mit
kommentierten Porträtfotografien die Einzelschicksale seiner
Klassenkameraden. Teil der Ausstellung sind dabei Dokumentarfotos von
der Gedenkfeier »Brücke der Erinnerung«: Bei dieser Gedenkfeier im
Colegio National wurden 1996 Menschen fotografiert, die sich in den
verglasten Fotos der Mitschüler und Diktaturopfer spiegeln. »Die
Fotografien mit den Spiegelbildern dieser Gesichter gehören zu den
wichtigsten Teilen meiner Arbeit, da sie den Moment des
Erfahrungsaustausches zwischen den Generationen verdeutlichen«, sagt
Marcelo Brodsky über diese Installation. Mit Familienfotos erinnert
Brodsky an seinen bis heute vermissten Bruder Fernando, der im Alter
von 22 Jahren verschwand. Ein Film aus dem Familienarchiv des Jahres
1966, den Brodsky »Wir spielen sterben« betitelt hat, beschließt die
Ausstellung: Zu sehen sind Marcelo und Fernando im Spiel - Kinder, die
sich unsterblich fühlen.
Partner des Metropolenprogramms »Buenos Aires - Berlin«. Gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie.








