Heiligtümer, Papyri und
geflügelte Göttinnen
Der Archäologe Otto Rubensohn
Grabungsbuch von Otto Rubensohn mit Fundstücken von der Kykladeninsel Paros, 1899 © Jüdisches Museum Berlin
Im Jahr 2006 erhielt das Jüdische Museum Berlin den Nachlass des klassischen Archäologen Otto Rubensohn als Schenkung von seinem Schwiegersohn Dr. phil. Fortunatus Schnyder-Rubensohn. Seine Ausgrabungen und wissenschaftlichen Arbeiten sind mit der Berliner Papyrussammlung und der Erforschung der antiken Geschichte der griechischen Insel Paros untrennbar verbunden. Mit dem Symposium und einer Kabinettausstellung würdigt das Jüdische Museum Berlin Leben und Werk dieses heute nur noch in Fachkreisen bekannten jüdischen Gelehrten.
Der aus Kassel stammende Otto Rubensohn (1867-1964) promovierte in Straßburg bei Adolf Michaelis. Von 1897 bis 1899 war er am Deutschen Archäologischen Institut in Athen tätig. 1898 wurde er beauftragt, die Heiligtümer von Apollo und Asklepios auf der Insel Paros auszugraben, wo er auch ein Museum für die zahlreichen Fundstücke gründete. Von 1901 bis 1907 leitete Rubensohn das Papyrusunternehmen der Königlichen Museen zu Berlin und fungierte ebenfalls als Leiter des 1902 gegründeten Papyrus-Kartells. Neben dem Erwerb wichtiger Papyri aus dem Handel führte er mehrere Ausgrabungen durch, bei denen bedeutende Funde gemacht wurden, darunter das prähistorische Begräbnisfeld von Abusir el Meleq, das sogenannte Taurinos-Archiv in Eshmunen, sowie die aramäischen Papyri auf der Insel Elephantine. Im Jahr 1909 wurde er zum Direktor des neu entstandenen Pelizaeus-Museums in Hildesheim ernannt, das er bis 1915 leitete. Die folgenden Jahre bis zu seinem Ruhestand 1932 verbrachte er als Gymnasiallehrer in Berlin, widmete sich aber auch weiterhin seiner wissenschaftlichen Arbeit.
Wann
18. Februar 2010 bis 15. August 2010
Wo
Libeskindbau UG, Rafael Roth Learning Center
Eintritt
mit dem Museumsticket
Nachdem er in der NS-Zeit mehr und mehr isoliert und
den Schikanen des Regimes zunehmend ausgesetzt wurde, floh Otto Rubensohn mit
seiner Frau im März 1939 in die Schweiz. In Basel führte er seine
Forschungen fort und veröffentlicht im 95. Lebensjahr sein
bedeutendstes Werk über das Delion von Paros.












