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Bambi und die Relativitätstheorie:

Bücher auf dem Scheiterhaufen der Nazis


Kabinettausstellung

Die »Relativitätstheorie« von Albert Einstein gehörte ebenso wie »Bambi« von Felix Salten zu jenen Büchern von über 350 Autoren, die auf den Scheiterhaufen der Nationalsozialisten verbrannten. Am 10. Mai vor achtzig Jahren inszenierte die Deutsche Studentenschaft Bücherverbrennungen als Höhepunkte großangelegter »Aktion(en) wider den undeutschen Geist.« Werke von Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Vicki Baum, Erich Kästner, Alfred Kerr, Erich Maria Remarque wurden ebenso ins Feuer geworfen wie wissenschaftliche Werke und politische Publizistik. Jüdische, marxistische und pazifistische Autoren traf das Verdikt des »schädlichen und unerwünschten Schrifttums«.

Interview mit George Warburg
© Jüdisches Museum Berlin

Die Flammen vernichteten viel. In den Privatbibliotheken der Emigranten blieben diese Schätze erhalten. Sie sind noch heute ein Fundus für manch’ spektakulären Ankauf von Bibliotheken.

Zwei Männer verpacken Bücher in Kartons

Die Bücher aus der Privatbibliothek von George Warburg werden verpackt.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Ulrike Sonnemann

Der Amerikaner George Warburg, der seine Kindheit in Deutschland verbrachte und mit seinen Eltern rechtzeitig das Land verlassen hatte, begann vor 25 Jahren diese Literatur zusammenzutragen. Seine auf über 400 Bücher angewachsene Sammlung, meist Erstausgaben, übereignete er großzügig dem Jüdischen Museum Berlin. Anlass zu dieser Schenkung war der Neujahrsgruß des Museums mit dem Motiv »Unpacking my Library« von R.B. Kitaj, das in der Ausstellung dieses Künstlers im Jüdischen Museum zu sehen war. Warburg wertete dies als Omen und wandte sich an Direktor W. Michael Blumenthal mit der Frage, ob das Museum an seiner Sammlung interessiert sei. Näheres wurde bei einem Treffen in New York erörtert.

Wann

7. Mai 2013 - 15. September 2013

Wo

Libeskind-Bau, Dauerausstellung UG, Rafael Roth Learning Center

Eintritt

mit dem Museumsticket (7 Euro, erm. 3,50 Euro)

Die Sammlung George Warburg ist repräsentativ für die verfemte Literatur der NS-Zeit, die nach 1933 systematisch vernichtet wurde. Mit dieser kleinen Kabinettausstellung wird die Sammlung in einer Auswahl vorgestellt. Sie ist ein Beitrag zum Berliner Themenjahr »Zerstörte Vielfalt - 1933-1938«, an dem sich das Jüdische Museum Berlin auch mit dem Online-Projekt »1933 - der Anfang vom Ende des deutschen Judentums« beteiligt. Eine Liste der von den Nationalsozialisten verbotenen Schriften wurde im Rahmen des Tehmenjahres auf dem Hauptstadtportal veröffentlicht.

Im aktuellen JMB Journal erzählt George Warburg, wie seine Sammelleidenschaft mit Kafka begann:

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