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Gehorsam

Eine Installation in 15 Räumen von Saskia Boddeke & Peter Greenaway


Trailer zu »Gehorsam. Eine Installation in 15 Räumen von Saskia Boddeke & Peter Greenaway« – verlängert bis 15. November 2015! © Jüdisches Museum Berlin

Die Erzählung von Urvater Abraham, der bereit ist, auf Gottes Befehl seinen Sohn zu opfern, stellt eine der rätselhaftesten Episoden der Bibel dar. In den drei monotheistischen Religionen gehört sie zu den bedeutenden und zugleich populärsten Geschichten und zu den ersten, die überhaupt bildlich dargestellt wurden. Der Text, der im Judentum als »Bindung Isaaks« überliefert ist, wirft bis heute Fragen auf, die von den drei Religionen unterschiedlich beantwortet werden.

Wann

22. Mai - 13. September 2015, verlängert bis 15. November 2015

Wo

Altbau 1. OG

Eintritt

mit dem Museumsticket (8 Euro, erm. 3 Euro)

Der britische Filmemacher Peter Greenaway und die Multimedia-Künstlerin Saskia Boddeke begreifen die Opferung Isaaks als menschliches Drama. Was ist stärker: das Gebot Gottes oder die Liebe des Vaters? Und wie verortet sich das moderne Subjekt im Spannungsfeld von Gehorsam und Vertrauen?

Ausgehend von diesen Fragen haben Boddeke und Greenaway ein zusammenhängendes künstlerisches Szenario entwickelt, das sich der biblischen Erzählung subjektiv nähert, sie dekonstruiert, in Teilen neu fokussiert und emotional erfahrbar werden lässt.

Szene der Tanzgruppe Club Guy & Roni aus der Ausstellung »Gehorsam«© Luperpedia Foundation

Die Ausstellung ist multimedial angelegt: Mit Filmprojektionen, Rauminstallationen, kostbaren Objekten und einem eigenen Soundtrack wird die biblische Erzählung als sinnlich wahrzunehmendes und emotionales Schaustück in 15 Teilen inszeniert. Die Dramaturgie dieses Stücks ist von den Legenden der jüdischen, christlichen und islamischen Überlieferung inspiriert und verknüpft diese mit Erfahrungen und Fragen unserer Zeit.

Cover des Begleitbuches zur Ausstellung "Gehorsam"

Cover des Begleitbuches zur Ausstellung »Gehorsam«
© Jüdisches Museum Berlin

Die in der Ausstellung erzählten Geschichten von Abraham, Isaak und Ismael werden von einem farbenprächtigen Künstlerbuch mit begleitendem Textteil ergänzt und illustriert. Das Buch enthält Beiträge von Omri Boehm, Helmut Hoping, Margret Kampmeyer, Cilly Kugelmann, Jon D. Levenson, Angelika Neuwirth und Ed Noort und ist im Kerber Verlag Bielefeld / Berlin erschienen.

Einen Einblick in die Publikation ebenso wie eine Einführung in die biblische Erzählung gibt die Einleitung von Margret Kampmeyer und Cilly Kugelmann, die wir Ihnen hier als PDF zum Download anbieten.

»I am Isaac«
Ein Ausstellungsrundgang in Bildern
Eine Wand mit einer Videoprojektion, die unterschiedliche Gesichter zeigt

Beginn der Ausstellung mit Blick auf die große Film-Installation »I am Isaac / I am Ishmael«
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Ein weißer Raum mit Kunstobjekten, an dessen Wände Federn kleben

Blick in den weißen Raum »God and the Angel«
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Ein roter Raum mit einer großen Videoprojektion, in der sich eine ältere und eine jüngere Frau gegenüber stehen

Der Raum »Sarah und Hagar« ist den beiden Müttern gewidmet.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Eine Videoprojektion zeigt einen Widder, davor das Kunstwerk »Black Sheep with Golden Horns« von Damien Hirst: Ein Widder in Formaldehyd in einem Glaskasten

Der »Widder-Raum« mit Damien Hirsts »Black Sheep with Golden Horns« (2009)
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

In einem weißen Raum hängen Seile und Gürtel an der Decke

Der Raum »The Binding« nimmt Bezug auf die sogenannte Bindung Isaaks
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Der Raum »The Binding« nimmt Bezug auf die sogenannte Bindung Isaaks
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Die Ausstellung wird von einem Begleitprogramm umrahmt:
Montagskino
Symposium »Kill Me a Son!«
Angebote für Schüler und Lehrer

Während der Laufzeit der Installation bieten wir sonntags um 14 Uhr öffentliche Gespräche zur Sonderausstellung an. Zudem können auch individuell Gespräche für Gruppen gebucht werden. Weitere Informationen dazu finden Sie in folgender PDF-Datei.

Bei der Langen Nacht der Museen am 29. August gibt es um 20 Uhr / 21 Uhr / 22 Uhr / 23 Uhr Führungen: Imame, Rabbiner und Pastoren diskutieren bei einem Gang durch »Gehorsam« über die Rollen von Engeln, Teufeln und Schafen in Christentum, Judentum und dem Islam. (Dauer: 30 Minuten)

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