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Befreiung


Ehemalige Gefangene

Nach der Befreiung Bergen-Belsens: Ehemalige Gefangene tragen einen Eimer mit Suppe, April 1945
© Yad Vashem, Jerusalem

Im April 1945 befreite die britische Armee zehntausende von Häftlingen des KZs Bergen-Belsen. Zu den Überlebenden gehörten Celia Landau und die Schwestern Anita und Renate Lasker. Während sie darauf warteten, Deutschland verlassen zu können, mussten sie in einem jüdischen Displaced Persons Camp leben, das in unmittelbarer Nähe zum vormaligen Konzentrationslager errichtet wurde.

Das Grauen, das sich den Soldaten bei der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen Belsen eröffnete, war unvergleichlich: Auf dem Gelände lagen tausende verwesender Leichen, die Baracken waren typhusverseucht. Etwa 50.000 entkräftete Menschen mussten dringend mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Kleidung versorgt werden. Viele starben noch nach der Befreiung.

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Anita Lasker über die Befreiung (Sprecherin: Emily Behr)

Porträt von Celia Landau

Celia Landau, Sommer 1945
© Lucille Eichengreen, Berkeley

Unter den Überlebenden befanden sich auch drei junge Frauen: Celia Landau aus Hamburg und die Schwestern Renate und Anita aus Breslau. Celia hatte das Ghetto Lodz, die Konzentrationslager Auschwitz und Neuengamme überlebt und ihre gesamte Familie verloren. Auch die Eltern von Anita und Renate waren tot.

Die große Mehrheit der jüdischen Überlebenden hatte keine Familie und kein Zuhause mehr: Im Unterschied zu den meisten nicht-jüdischen Displaced Persons (DPs), gab es für sie nach Ende des Zweiten Weltkriegs häufig keinen Ort, an den sie hätten zurückkehren können.

Das jüdische DP-Camp Belsen war das größte seiner Art; in ihm lebten bis zur Auflösung im Jahr 1950 etwa 12.000 Menschen. Die Infrastruktur des Lagers umfasste eine Synagoge, eine Mikwe, eine koschere Großküche und eine Polizei, die für Ordnung sorgte. Auch ein reges Kulturleben mit Theater, Konzerten, Kino und Sportmannschaften entstand im Camp im Laufe der Zeit. Celia und Renate arbeiteten als Übersetzerinnen, Anita gab Cello-Konzerte.

Um das Lager und Deutschland hinter sich lassen zu können, mussten erst etliche Hürden überwunden werden. Anita und Renate hatten Glück und konnten schon im März 1946 zu ihrer Schwester nach London reisen. Unter abenteuerlichen Umständen gelang es Celia, in die USA auszuwandern. Später heiratete sie dort und änderte ihren Namen: Aus Celia Landau wurde Lucille Eichengreen.

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Im Herbst 1945 fand ein Prozess gegen das KZ-Personal statt, in dem Celia und Anita als Zeugninnen auftraten.
Ausschnitte aus dem Film »Bergen-Belsen zum Beispiel« von Jürgen Corleis, 1985
© CHRONOS-MEDIA GmbH, Potsdam

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