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Gespräche beim Tee


Rahel Varnhagen

Rahel Varnhagen, Zeichnung von Wilhelm Hensel, 1822
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin

Im Berlin des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Salons, in denen Menschen unterschiedlichster Herkunft zu Gesprächen zusammen kamen. Die Gastgeberinnen waren häufig kluge und belesene Jüdinnen wie Henriette Herz (1764–1847) und Rahel Varnhagen (1771–1833).

»Es gibt bei uns keine Paraden von Berühmtheiten. Hier versammeln sich ganz einfach Menschen verschiedener Berufe, Generationen und Stände. Es sind Menschen, die am geistigen, am literarischen Leben teilnehmen oder es wünschen, daran teilzunehmen. Kunstliebhaber.«

Gemälde Henriette Herz

»Henriette Herz als Hebe«, Gemälde von Anna D. Therbusch, 1778
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin

Mit diesen Worten beschrieb Rahel Varnhagen die Gäste, die sich zwischen 1820 und 1833 regelmäßig in ihrem Salon in der Berliner Mauerstraße einfanden.

Varnhagen verfügte über ein besonderes soziales und kommunikatives Talent. Sie sagte von sich selbst: »Ich liebe unendlich Gesellschaft und bin ganz überzeugt, dass ich dazu geboren, von der Natur bestimmt und ausgerüstet bin.«

Varnhagen war nicht die einzige Jüdin, die in Berlin einen literarischen Salon führte. Amalie Beer, Fanny Mendelssohn-Bartholdy und ihre Mutter Lea, Sara Levy und Henriette Herz luden ebenfalls zu geselligen Abendgesellschaften.

Die Gespräche der Salongäste thematisierten auch die jüdische Akkulturation und Emanzipation. So wurde etwa diskutiert, ob Juden sich an die christliche Mehrheit anpassen und gar taufen lassen sollten, um Gleichberechtigung zu erlangen.

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Hören Sie ein Zitat des Philosophen Friedrich Schleiermacher über die Salons.

Die Geschichte »Gespräche beim Tee« vermittelt ein lebendiges Bild der von Jüdinnen getragenen Salonkultur und bietet viel Quellenmaterial von und über Henriette Herz und Rahel Varnhagen.

Aquarell: In einem Berliner Wohnzimmer

In einem Berliner Wohnzimmer, Aquarell von C.F. Zimmermann, 1816
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin

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