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Ostjuden in Deutschland


Ostjüdische Arbeiter

Ostjüdische Arbeiter auf der Zeche Kaiserstuhl II in Dortmund, Sommer 1919. Die Notiz in jiddischer Sprache links nennt ein paar der Dargestellten: Schmulik und Leute aus Lowicz. Und ergänzt: »Jetzt schwitzt man«.
© Dr. Ludger Heid, Duisburg

Zwischen 1880 und 1924 kamen Juden aus Osteuropa nach Deutschland, um Armut und Verfolgung zu entfliehen. Auch wenn sie auf Ablehnung und Vorurteile stießen, gelang vielen Einwanderern der erfolgreiche Aufbau einer neuen Existenz.

Familie von Klara Amalie Friedmann

Vier Generationen der Familie von Klara Amalie Friedmann, Duisburg, 1926. Die jüngeren Frauen kleiden sich schon modern, die Großmutter noch nach ostjüdischer Tradition: Sie trägt eine Perücke, jiddisch »Scheitel« genannt. Sie kam 1909 zusammen mit ihren Kindern aus Galizien nach Deutschland.
© Gidal-Bildarchiv im Steinheim-Institut, Duisburg

Stellvertretend für unterschiedliche Emigrantenschicksale stehen die Lebenswege von Chaim Weizmann, Cecylie und Heinrich Bien, Alexander Granach, Joseph Budko, den Familien Friedmann und Goldstein und der Familie Mandelbaum. 

Die jüdische Zuwanderung ist Teil einer größeren Migrationsbewegung Richtung Westen. Deutschland ist vor allem Transitland, die meisten zieht es in die USA, doch etwa 80.000 Juden bleiben dauerhaft in Deutschland.

»Straße im Stedtl«

»Straße im Stedtl«, Druckgrafik von Ephraim Moses Lilien, 1906.
© Jüdisches Museum Berlin

Als Ausländer und Juden werden den Migranten starke Vorurteile entgegengebracht, die ihren Alltag erschweren. Sie stehen unter einem hohen Anpassungsdruck, auch wenn es zugleich das Bestreben gibt, die mitgebrachte Kultur und Tradition zu bewahren.

Das Verhältnis von osteuropäischen Juden und alteingesessenen deutschen Juden ist häufig von Spannungen gekennzeichnet. Dazu tragen unter anderem auch die stereotypen Bilder bei, die sich jüdische wie nichtjüdische Deutsche von den Einwanderern machen.

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Der Schauspieler Alexander Granach schildert das Leben im Berliner Scheunenviertel 1906. Auszug aus »Da geht ein Mensch. Autobiographischer Roman«, 1945 (Sprecher: Frank Riede)

An diesen Bildern und gleichzeitig deren Veränderung haben auch zeitgenössische Romane und Autobiografien ihren Anteil, etwa von Arnold Zweig, Joseph Roth, Manès Sperber, Gabriele Tergit, Sammy Gronemann, Martin Beradt, Alexander und Gad Granach.

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