Die Revolution von 1848
»Einzug der Mitglieder des Vorparlaments in die Paulskirche« von J. N. Ventadour, 1848. Unter den Parlamentariern sind sechs Juden: Berthold Auerbach, Julius Fürst, Johann Jacoby, Ignaz Kuranda, Gabriel Riesser und Moritz Veit.
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz
Mit der Revolution 1848 betraten Juden die politische Bühne in Europa. Sieg und Niederlage der Revolution entschieden auch über den Fortgang ihrer Gleichberechtigung. Doch bevor Juden in den Genuss der Errungenschaften der Revolution gelangten, waren sie vielerorts von antijüdischen Ausschreitungen betroffen.
Unter den deutschsprachigen Juden Mitteleuropas herrschte die Hoffnung, die Revolution von 1848 könne ihnen die langersehnte Gleichberechtigung bringen. Viele beteiligen sich an den Kämpfen auf der Straße, in Parlamenten und politischen Vereinen.
Der Orientalist Moritz Steinschneider berichtet seiner Verlobten von den
Barrikadenkämpfen in Berlin, 20. März 1848 (Sprecher: Viktor Pavel,
Bernd Vollbrech)
»Des jüdischen Studenten Levi Weiss Heldentod auf der Barikade in der Jüden-Str., den 18ten März 1848«, anonym, 1848
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung Jürgen Dittmar
Leopold Zunz (1794-1886), anonym, ca. 1875. Der jüdische Gelehrte Zunz beteiligte sich aktiv an der Revolution, war Wahlmann für die preußische und die deutsche Nationalversammlung und Mitglied verschiedener demokratischer Vereine in Berlin.
© Dauerleihgabe des Israel Museum, Jerusalem
Im April 1848 – nach den raschen und eindrucksvollen Anfangserfolgen der revolutionären Erhebungen in Europa – schrieb ein begeisterter Adolf Jellinek, Prediger der jüdischen Gemeinde in Leipzig:
»Verbrüderung! Verbrüderung! Dieser weltumgestaltende Ruf, der an der Seine erscholl, hat an der Donau und der Spree einen mächtigen Widerhall gefunden! [...] Die Verbrüderung führt eine Nation der anderen in die Arme. Und dieser Ruf soll auch an uns Israeliten nicht spurlos vorüber gehen.«
Die spannende Geschichte von den Kämpfen um die Emanzipation in den Metropolen Mitteleuropas erzählen wir mit Hilfe zeitgenössischer Gemälde, Grafiken und Briefe, animierter Karten und Audios mit Augenzeugenberichten der Protagonisten von 1848.






