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Transit nach Amerika (1881-1914)


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Montage: JMB
© YIVO Institute for Jewish Research, Photo Archives/Foto: Alter Kaczyne; Hapag-Lloyd AG, Hamburg; ullstein bild - Archiv Gerstenber

Osteuropäische Juden reisten zu Hunderttausenden auf vorgeschriebenen Wegen durch Deutschland, um in Hamburg und Bremen die Schiffe nach Amerika zu besteigen. Auf der Flucht vor Armut und Pogromen bot das »Goldene Land«, die Vereinigten Staaten, Hoffnung auf ein besseres Leben.

In Osteuropa lebten um 1900 mehr als sieben Millionen Juden. Sie litten unter Armut, Diskriminierung und Verfolgung. Als letzten Ausweg wählten viele die Emigration. Das Ziel: Amerika. Zwischen 1881 und 1914 wanderten etwa zwei Millionen Juden aus dem Russischen Reich nach Übersee aus. Auf dem Weg dorthin mussten sie durch das Deutsche Reich.

Karte: Die offiziellen Wege der jüdischen Auswanderer durch Deutschland

Die offiziellen Wege der jüdischen Auswanderer durch Deutschland

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Mary Antin (1881-1949) wurde in Weißrussland geboren und wanderte als 13-Jährige in die USA aus. Hier beschreibt sie die entwürdigenden Desinfektionsmaßnahmen am Bahnhof Ruhleben (Sprecherin: Velia Krause)

Die deutsche Regierung versuchte gemeinsam mit den Reedereien »Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft« (HAPAG) und »Norddeutscher Lloyd« den Strom der osteuropäischen Auswanderer auf genau festgelegte Transitwege zu begrenzen und so zu überwachen. Es wurden Kontrollstationen eingerichtet: die Station Eydtkuhnen an der preußisch-russischen Grenze, der Auswandererbahnhof Ruhleben bei Berlin und die Auswandererstadt Hamburg-Veddel.

Jüdische Auswanderer

Jüdische Auswanderer in der Auswandererstadt der HAPAG in Hamburg-Veddel, um 1907. Abb. aus: Die Hamburg-Amerika-Linie: Im sechsten Jahrzehnt ihrer Entwicklung 1897-1907, Hamburg 1907

Dort wurden die Emigranten registriert und untersucht, ihr Gepäck desinfiziert – man hatte Angst vor Epidemien. Bis zur Weiterfahrt mit Zug oder Schiff durften die Menschen die Unterkünfte nicht verlassen.

Hatten sie endlich einen Platz auf einem der Schiffe ergattert, wartete eine anstrengende Überfahrt auf sie. Nach ungefähr zwei Wochen erreichten sie Ellis Island, eine Insel vor Manhattan. Bestanden sie auch hier die medizinischen Untersuchungen durch die Behörden – nur gesunde Menschen durften einwandern – waren sie im »Goldenen Land« angekommen.

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