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Sehnsucht nach Zion


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Ephraim Moses Lilien schildert, wie beeindruckt er von seinem Besuch in der »alten Heimat« Palästina ist (1906).

Die Hoffnung, in das Land Israel zurückzukehren, ist so alt wie das jüdische Exil. Diese Hoffnung findet ihren Ausdruck in Festen, Gebeten und Traditionen des Judentums.

Gedenkblatt zum Fünften Zionistenkongreß in Basel 1901

Gedenkblatt zum Fünften Zionistenkongreß in Basel 1901, Grafik von Ephraim Moses Lilien Der Schriftzug unten lautet: »Und es schauten unsere Augen deine Rückkehr nach Zion mit Erbarmen.«
© Braunschweigisches Landesmuseum, Braunschweig

Manche Juden verwirklichten ihren Traum von einem Leben im Heiligen Land: Sie reisten nach Palästina oder ließen sich dort nieder. Ihre Eindrücke hielten sie in Reisebeschreibungen und Bildern fest.

Zion hieß einst ein Hügel an der Stadtgrenze von Jerusalem. Der Name wurde nach dem Bau des Ersten Tempels zur Metapher des Wohnorts Gottes und schließlich zum Synonym für die Stadt und das Heilige Land.

Foto Seder-Abend

Seder-Abend in Berlin, um 1935. Das Pessachfest beginnt mit einer festlichen Mahlzeit, dem Seder-Abend. Es wird die Pessach-Haggada vorgelesen: Sie enthält die Geschichte vom Auszug aus Ägypten sowie Erläuterungen zu den Symbolspeisen.
© Bildarchiv Abraham Pisarek, Berlin

In religiösem Sinne meint die »Sehnsucht nach Zion« deshalb die Hoffnung auf den Beginn der Erlösung und auf die Ankunft des Messias in Jerusalem.

Die Geschichte beschreibt die Anfänge der Besiedlung des Heiligen Landes und die Vertreibung der Juden nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahre 70. Sie zeigt, wie sich die Orientierung an Jerusalem auch in der Diaspora fortsetzt und in Synagogenbau und Gebet niederschläg; und wie die Erinnerung an das Heilige Land auch durch die Festtage wie Pessach, Sukkot und Chanukka lebendig bleibt.

Tora-Vorhang

Tora-Vorhang, Berlin, 1910. Die zwei Säulen erinnern an die beiden frei stehenden Säulen, die den Eingang zum Jerusalemer Tempel flankierten.
© Jüdische Gemeinde zu Berlin

Schon in der Neuzeit, verstärkt aber im 19. und 20. Jahrhundert, reisten Juden nach Palästina – unter ihnen der Forscher Joseph Schwarz aus Bayern, der Wiener Schriftsteller Ludwig August Frankl, der aus Galizien stammende Grafiker Ephraim Moses Lilien und der Berliner Künstler Hermann Struck. Ihre Berichte und Bilder sind eindrucksvolle Zeugnisse ihrer Begegnung mit dem Land ihrer Väter und den damaligen Bewohnern.

Im Zuge des anwachsenden Antisemitismus in Europa gegen Ende des 19. Jahrhunderts verband sich die religiöse Zionssehnsucht zunehmend mit dem Wunsch nach nationaler Unabhängigkeit, der in der Bewegung des Zionismus seinen Ausdruck fand und in der Gründung des Staates Israel mündete.

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