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Modell des Frachtdampfers »Max« von Arnold Bernstein


Modell des Frachtdampfers »Max«, dem ersten Schiff Arnold Bernsteins
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Als 1919 der gebürtige Breslauer Arnold Bernstein (1888-1971) in Hamburg eine Reederei gründete, taufte er sein erstes Schiff auf den Namen seines Vaters: »Max«. Das Modell dieses Frachtdampfers, mit der Schornsteinmarke »AB« und der Handelsflagge am Heck, erhielt er 1929 als Geschenk zum zehnjährigen Firmenjubiläum.

Zu diesem Zeitpunkt besaß Arnold Bernstein bereits mehrere Schiffe und transportierte nicht mehr Kohle, Erz und Holz, wie in den Anfangsjahren seiner Reederei, sondern Automobile aus den USA nach Europa. Der Reeder hatte sich durch innovative Ideen hervorgetan, und in nur wenigen Jahren schuf er die größte Autotransportflotte der Welt. Als sich Anfang der 1930er Jahre die Weltwirtschaftskrise auf den Export nach Europa auswirkte, ließ Bernstein seine Frachtschiffe zu Passagierdampfern umbauen. Statt Autos traten nun Urlaubsreisende den Weg über den Atlantik an.

Arnold Bernsteins Karriere nahm ein abruptes Ende, als man ihn 1937 wegen angeblicher Devisenvergehen festnahm und zu einer mehrjährigen Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilte. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er entlassen. Seines gesamten Besitzes beraubt, konnte er gerade noch rechtzeitig in die USA auswandern. Auch hier stieg Bernstein wieder ins Reedereigeschäft ein und betrieb Ende der 1950er Jahre noch einmal eine eigene Passagierlinie.

Das Schiffsmodell, eine Erinnerung an den Beginn seiner erfolgreichen Karriere in Deutschland, nahm Arnold Bernstein mit in die Emigration. Im Jahr 2007 wurde es dem Jüdischen Museum, zusammen mit dem umfangreichen Nachlass des Hamburger Reeders, von seinem Sohn Ronald Barnes gestiftet.

Modell des Frachtdampfers »Max«, dem ersten Schiff Arnold Bernsteins
Hamburg 1929
Holz, Glas, Textil
45 x 90 x 30 cm

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