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Praxisschilder des Arztes Dr. Oscar Hirschberg


Praxisschild Bromberg, 1902–1910 Blech, emailliert

Praxisschild Berlin, 1920–1938 Blech, emailliert

Praxisschild Berlin, 1939–1945 Blech, emailliert

Praxisschild Berlin, 1939–1945 Blech, emailliert

Als praktischer Arzt betrieb Oscar Hirschberg (1866–1946) eine eigene Praxis in Berlin. Im Oktober 1938 erhielt er mit einem Rundschreiben des Beauftragten für »Jüdische Behandler« die Anweisung, wie sein Praxisschild zukünftig auszusehen habe. Es sei »ausschließlich in der Größe 30 mal 25 cm anzufertigen«, auf »himmelblauem Grund« seien in schwarzer Schrift der Name und der Zusatz »Zur ärztlichen Behandlung ausschließlich von Juden berechtigt« anzubringen. Die linke obere Ecke müsse eine »zitronengelbe runde Fläche« – Durchmesser 5 cm – mit einem blauen Davidstern – Dreieckshöhe 3,5 cm – zeigen. »Zur Vermeidung späterer Unkosten« wurde empfohlen, schon jetzt den Zusatznamen »Israel« auf das Schild zu setzen.

Im Oktober 1938 erloschen die Approbationen der über 3.000 jüdischen Ärzte, die noch im Deutschen Reich praktizierten. Aufgrund antijüdischer Boykotte, lokaler Initiativen der Berufsorganisationen und diskriminierender Verordnungen war es für sie seit 1933 zunehmend unmöglich geworden, vom Arztberuf zu leben. Lediglich 709 Ärzte, die nach dem Reichsbürgergesetz als Juden galten, erhielten ab Herbst 1938 eine Sondergenehmigung. Diese erlaubte ausschließlich die Behandlung jüdischer Patienten, der eigenen Kinder und der Ehefrau. Sie konnte jederzeit widerrufen werden. Es war zudem untersagt, sich Arzt zu nennen; die Praxen mussten entsprechend gekennzeichnet werden. Ein Grund für die Erteilung der Sondergenehmigung konnte sein, dass der betroffene Arzt in einer »Mischehe« lebte.

Objektdetails:
Praxisschilder des Arztes Dr. Oscar Hirschberg
Blech, emailliert
Bromberg, 1902-1910
Berlin, 1915-1938
Berlin, 1938-1945

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