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Angewandte Kunst


Die Sammlung Angewandter Kunst im Jüdischen Museum Berlin konzentriert sich auf nicht-rituelle Gegenstände, die von deutsch-jüdischen Kunsthandwerkern oder Firmen hergestellt wurden. Außerdem interessiert sie sich für Objektdesign, das interkulturellen Austausch und Migrationserfahrungen widerspiegelt. Die meisten Sammlungsgegenstände datieren ab dem späten 19. Jahrhundert. Das Spektrum reicht von qualitativ hochwertigen Keramik- und Silberarbeiten einzelner Gestalterinnen und Gestalter bis hin zu Waren, die in Massenproduktion deutsch-jüdischer Manufakturen hergestellt wurden.

Ein silbernes Kaffee- und Tee-Service auf einem Silbertablett

Emmy Roth (1885-1942)
Kaffee- und Teeservice
Silber, getrieben; Horn
Berlin, 1931
Jüdisches Museum Berlin

Besondere Schwerpunkte der Sammlung bilden hochwertige Kunsthandwerks-Arbeiten deutsch-jüdischer Gestalter, Frauen als Designerinnen sowie der jüdische Beitrag zu Design-Schulen und zur industriellen Fertigung von Haushaltsgegenständen. Bei Künstlerinnen und Künstlern, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland auswanderten, versuchen wir herauszufinden, wohin sie gingen und wie sie ihren Beruf andernorts ausübten.

Jüngst wurde unsere Sammlung durch eine große Schenkung von Keramiken erweitert, die die innovative Keramikerin Margarete Heymann-Loebenstein in Deutschland und England anfertigte. Ein weiterer wichtiger Erwerb waren Werke der Silberschmiedin Emmy Roth aus Berlin, eine der wichtigsten Vertreterinnen dieser Profession in Deutschland. Ihr prächtiges Tee- und Kaffeeservice aus Silber war zuvor unbekannt und wird nun zu ihren größten Werken gezählt.

Kontakt

Michal S. Friedlander
Kuratorin für Judaica und Angewandte Kunst
Tel: +49 (0)30 259 93 511
Fax: +49 (0)30 259 93 409
m.friedlander[at]jmberlin.de

Darüber hinaus erforschen wir deutsch-jüdische Emigrantinnen und Emigranten mit Designfachkenntnissen, die nach Israel oder nach Palästina vor der Staatsgründung auswanderten (z. B. David Heinz Gumbel und Victor Ries). Umgekehrt verfolgen wir die auch Welle kreativer Israelis, die heute in großer Zahl nach Berlin kommen. Wir untersuchen Entwicklungen in der Art der Gestaltung, kulturellen Austausch und inwiefern Migration die Werke der Künstlerinnen und Künstler beeinflusst.

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