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Alltagskultur


Die Sammlung Alltagskultur im Jüdischen Museum Berlin umfasst etwa 3000 dreidimensionale Objekte unterschiedlicher Materialien sowie Textilien nicht-religiösen Gebrauchs.

Runde Scheibe mit Emblem der Zigarettenmarke Moslem

Werbegeschenk der Zigarettenfabrik Problem für die Marke Moslem, Berlin 1912-1925. Das Spielzeug, Dokument einer Firmengeschichte und sehr persönliches Erinnerungsstück, befand sich im Gepäck von Marion Rochmann, der Enkelin des Firmengründers, als sie 1939 mit einem Kindertransport nach England flüchtete.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Die Sammlung besteht vorwiegend aus Erinnerungsstücken und Gebrauchsgegenständen einzelner Personen und Familien. Meist sind sie Bestandteil größerer Familienkonvolute, die als Schenkungen ins Museum kamen. Die primäre Bedeutung der Objekte liegt im persönlichen Erinnerungswert für ihre Besitzer. Die Dokumentation von Objektgeschichten und den damit verbundenen Erinnerungen ist uns ein großes Anliegen.

Die Zeugnisse der Alltagskultur verweisen auch auf allgemeine Themen deutsch-jüdischer Geschichte, und zwar überwiegend in der Zeit zwischen 1870 und den 1930er Jahren. So sind militärische Auszeichnungen, vor allem aus dem Ersten Weltkrieg, prominent vertreten.

Bunte Eierwaage aus Metall

Eierwaage von der Hühnerfarm der Familie Neumann, New Jersey 1940-1960. Der Rechtsanwalt Otto Neumann aus Mainz konnte nach seiner Emigration in die USA seinen Beruf nicht mehr ausüben und wurde Hühnerfarmer.
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Ruth und Harold Neumann

Orden, Ehrenzeichen und Medaillen zeugen von Patriotismus und Zugehörigkeit der deutschen Juden und haben in der Familienüberlieferung einen hohen symbolischen Stellenwert.

Ein Großteil der Alltagsobjekte, vor allem die Sammlungen der Familien Plesch und Simon, spiegelt den bürgerlichen Lebensstil ihrer Besitzer wider.

Firmenprodukte, Werbeobjekte oder Praxisschilder dokumentieren innovatives Wirken, wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Aufstieg von Unternehmern, Kaufleuten, Ärzten oder Anwälten.

Viele Objekte haben einen Bezug zur Emigration und zum Leben der Emigranten in ihren Zufluchtsländern nach 1933.

Kontakt

Leonore Maier
Kuratorin für Alltagskultur
Tel: +49 (0)30 259 93 455
Fax: +49 (0)30 259 93 409
l.maier[at]jmberlin.de

Andere stehen in direktem Zusammenhang mit Verfolgung und Deportation wie ›Judensterne‹, Arztschilder jüdischer ›Krankenbehandler‹ oder Gegenstände, die Nachbarn oder Angehörigen anvertraut wurden und zur Erinnerung an die ermordeten Besitzer aufbewahrt und dem Jüdischen Museum übergeben worden sind.

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