Altbau
Das Kollegienhaus: Zugang zum Neubau mit eigener Geschiche
Altbau Jüdisches Museum Berlin
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
Im ehemaligen Kollegienhaus, dem Altbau, befindet sich der Eingang zum Jüdischen Museum Berlin. Neben Einrichtungen wie Kasse, Garderobe und Besucherinformation beherbergt der Altbau die Wechselausstellungsflächen des Museums, Veranstaltungsräume, den Museumsshop und das Restaurant Liebermanns.
Das 1735 erbaute Gebäude diente zuerst als Kollegienhaus der königlichen Justizverwaltung. Einige Räume belegte das Kammergericht für die Kurmark Brandenburg, das ab 1879 das gesamte Gebäude übernahm. Es war das erste große Verwaltungsgebäude, das unter der Herrschaft Friedrich Wilhelms I (1713-1740) entstand. Heute gilt es als letztes Zeugnis adeliger Barockbauten in der historischen Friedrichstadt. Entworfen hat es Philipp Gerlach, der auch als Architekt der Potsdamer Garnisonskirche bekannt ist.
Im 19. Jahrhundert wurden die Innenräume des Kollegienhauses zum ersten Mal umgestaltet, der Zweite Weltkrieg jedoch zerstörte das Gebäude weitgehend. Von 1963 bis 1969 baute der Architekt Günter Hönow das Kollegienhaus wieder auf, um das stadtgeschichtliche »Berlin Museum« darin zu beherbergen. Dreißig Jahre später (1993) begann dann der dritte Umbau des Hauses, diesmal durch Daniel Libeskind.
Die zweigeschossige Dreiflügelanlage umschließt einen quadratischen Hof, der 2007 eine von Libeskind entworfene Glasüberdachung, einen »Glashof«, erhielt. Die Hauptfassade des Altbaus gliedert sich durch einen Mittelrisalit. Der Dreiecksgiebel über dem Portal zeigt das preußische Staatswappen und die allegorischen Figuren der Weisheit und der Gerechtigkeit - bis heute ein Verweis auf die ursprüngliche Funktion des Gebäudes. Durch dieses Hauptportal betreten heute alle Besucher das Jüdische Museum Berlin.
Eine schwarze Schiefertreppe führt unterirdisch in den benachbarten Libeskind-Bau.
