Direktion
W. Michael Blumenthal
W. Michael Blumenthal
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Sönke Tollkühn
W. Michael Blumenthal ist auf Einladung der Stadt Berlin seit Dezember 1997 Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Bevor er Museumsleiter wurde, hat er als Wirtschaftsprofessor, Politiker, Manager und Autor bereits eine vielseitige und ungewöhnliche Karriere gemacht.
W. Michael Blumenthal wurde 1926 in Oranienburg bei Berlin geboren. Als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach Berlin. 1938, in der »Reichspogromnacht«, wurde sein Vater nach Buchenwald verschleppt und dort sechs Wochen lang interniert und misshandelt. Nach seiner Freilassung konnte die Familie 1939 nach Shanghai flüchten und dort den Krieg überleben.
1947 wanderte W. Michael Blumenthal in die Vereinigten Staaten ein und nahm 1952 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Abschluss seiner Studien lehrte er als Wirtschaftsprofessor an der renommierten Princeton University (1953-56). Anschließend stieg er bei der Crown Cork International Corporation zum Vizepräsidenten und Direktor auf.
In den 60er Jahren wechselte er in die Politik. Von 1961 bis 1967 war er im Außenministerium tätig, als Berater der Präsidenten Kennedy und Johnson in Handelsfragen. Nach einer zehnjährigen Karriere als Präsident und später Vorstandsvorsitzender bei der Bendix International, berief ihn Präsident Jimmy Carter 1977 als Finanzminister in das Kabinett. 1979 trat W. Michael Blumenthal von seinem Amt zurück.
Er betätigte sich erneut in der Wirtschaft und stieg 1980 als Vize bei der Burroughs Corporation ein, wo er ein Jahr später Vorstandsvorsitzender wurde. 1986 wurde W. Michael Blumenthal Vorstandsvorsitzender der durch eine Fusion neuentstandenen Unisys Corporation. Danach war er Partner und Leitender Berater bei der Investmentbank Lazard Frères & Co. LLC (1990-96).
Zugleich wandte sich W. Michael Blumenthal der Geschichte der deutschen Juden zu. Für sein 1998 (zunächst auf englisch) erschienenes Buch »Die unsichtbare Mauer: Die dreihundertjährige Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie« erforschte er die Lebensläufe mehrerer Vorfahren - darunter die für ihre Berliner Salons berühmte Rahel Varnhagen, der Opernkomponist Giacomo Meyerbeer und der Literaturkritiker Arthur Eloesser. An ihrem Beispiel schildert er die schwierigen Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen seit dem 17. Jahrhundert, mit ihren Höhen und Tiefen, und spürt der Frage nach, wie es zur Katastrophe des Mordes an den Juden kommen konnte.
Seit W. Michael Blumenthal Direktor des Jüdischen Museums Berlin ist, wurde die Konzeption dahingehend weiterentwickelt, dass das Museum nicht nur die Geschichte Berliner Juden darstellt, sondern ein Museum für die gesamte deutsch-jüdische Geschichte ist. Die lange angestrebte Eigenständigkeit von der Stiftung Stadtmuseum erhielt das Museum zum 1.1.1999. Im September 2001 wurde es feierlich eröffnet. In Anerkennung seiner Arbeit in Berlin erhielt W. Michael Blumenthal im Juni 1999 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und im November 1999 in New York die Leo Baeck-Medaille. Im Juni 2000 wurde er zum Ehrenbürger von Oranienburg ernannt. 2002 wurde er mit dem Kulturpreis der Berliner Zeitung »BZ«, der Goethe-Medaille und dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt. Mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde er im November 2006 ausgezeichnet. Den »Ernst Cramer Award« des American Jewish Committee (AJC) erhielt er im März 2008.
Neben der Museumsleitung ist er nach wie vor in anderen Bereichen tätig. Er ist Mitglied im Advisory Board der Investment Bank Evercore Partners, im Advisory Board des AJC (American Jewish Committee), Berlin, und des International Rescue Committee. Weiterhin gehört er dem Kuratorium der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas an. Er ist Mitglied im Council of Foreign Relations, dem Princeton Club und dem Century Club.
W. Michael Blumenthal ist mit der geborenen Barbara Bennett verheiratet. Mit ihrem Sohn leben sie in Princeton, New Jersey. Aus erster Ehe hat er drei Töchter. In seiner Freizeit liest er viel, vor allem über internationale Beziehungen, Wirtschaft und Geschichte, und fährt gerne Ski und spielt Tennis.
Cilly Kugelmann
Cilly Kugelmann
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
Cilly Kugelmann ist seit September 2002 Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin und Stellvertreterin des Direktors. Im Berliner Jüdischen Museum ist sie tätig, seit sie im Mai 2000 die Leitung der Bildungsabteilung übernommen hat. 2001, dem Eröffnungsjahr des Museums, wurde sie auch zur Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Forschung sowie der Ausstellungsabteilung. Sie kommt aus Frankfurt am Main, wo sie am dortigen Jüdischen Museum von 1986 bis 2000 das Bildungsprogramm und die Öffentlichkeitsarbeit betreut hat und als Kuratorin für historische Ausstellungen tätig war.
Frau Kugelmann, 1947 in Frankfurt am Main geboren, wanderte 1966 für fünf Jahre nach Israel aus. Dort verbrachte sie ein Jahr als landwirtschaftliche Hilfsarbeiterin in einem Kibbuz im Galil und studierte danach an der Hebrew University Kunstgeschichte und allgemeine Geschichte. 1971 kehrte sie nach Deutschland zurück und setzte ihr Studium in den Fächern Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie fort. Neben dem Studium und im Anschluss daran organisierte sie im Rahmen der politischen Bildung Tagungen und Konferenzen zu Themen der jüdischen Geschichte und dem Nahost-Konflikt (von 1972 bis 1999).
Nach dem Studium führte sie Eingliederungslehrgänge für Spätaussiedler und Asylanten für den Bund für Volksbildung durch (1978-1982), baute eine Selbsthilfefirma für chronisch Kranke an der Abteilung für Psychiatrie und Sozialpsychiatrie am Krankenhaus Elisabethenstift in Darmstadt auf (1982-1985) und führte Lehraufträge im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Ruprecht-Karls Universität durch (1982-1984), wo sie auch an einer empirischen Untersuchung zur Verfolgungserfahrung von Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus mitarbeitete (1984-1986).
Seit 1980 gibt sie mit einem Redaktionskollektiv die Zeitschrift »Babylon, Beiträge zur jüdischen Gegenwart« heraus und war an der Herausgabe mehrerer Bücher zur Nachkriegsgeschichte der Juden in Deutschland und zum Antisemitismus beteiligt.
Bülent Durmus
Bülent Durmus
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
Bülent Durmus ist seit März 2008 Organisationsdirektor des Jüdischen Museums Berlin. In diesem neu entstandenen Geschäftsbereich der Organisationsentwicklung verantwortet er neben den klassischen Kommunikationsbereichen Presse und Marketing auch die Besucherforschung, die Veranstaltungen und das Development, inkl. Fundraising und Corporate Events. Darüber hinaus ist er für die Weiterentwicklung der internen Organisationsstruktur und im administrativen Bereich für das Gebäudemanagement zuständig.
Herr Durmus hat in der Zeit der Entstehung der Dauerausstellung von Mai 2000 bis September 2001 bei den von Daniel Libeskind geplanten Umbaumaßnahmen die Interessen des Hauses vertreten. Ab 2002 hat er als externer Berater die Technische Abteilung des Jüdischen Museums Berlin federführend aufgebaut. Anschließend leitete er von 2003 bis 2008 die Technische Abteilung des Jüdischen Museums Berlin.
Bülent Durmus, geboren 1970 in Izmit/ Türkei, lebt seit 1971 in Berlin, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach seiner Schulausbildung hat er an der TU Berlin Architektur studiert. Während seines Studiums hat er Erfahrungen in verschiedenen Architekturbüros gesammelt. 1998 präsentierte er seine Diplomarbeit mit dem Thema »Die türkische Botschaft in Berlin-Tiergarten«. Danach war er weiterhin als freier Mitarbeiter für Architekturbüros tätig. Von 1999 bis 2000 baute er in einer Firma für modulare Stahlrohrkonstruktion die Bereiche Planung, Fertigung, Einkauf und Vertrieb mit auf. Seit 2003 ist er Mitglied der Architektenkammer Berlin.
Börries von Notz
Börries von Notz
Börries v. Notz ist der Geschäftsführende Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin und Stellvertreter des Direktors. Er nahm seine Tätigkeit im November 2008 auf. Seine Zuständigkeit umfasst die Bereiche Haushalt und Finanzen, Personal, Steuern und Verträge, Sicherheit, die Besucherdienste sowie die Informationstechnologien.
Herr v. Notz ist Rechtsanwalt und übt diese Funktion auch für das Jüdische Museum Berlin aus. Zuvor arbeitete er für diverse Kulturinstitutionen, Verbände und Kulturschaffende. In Kooperation mit Museumsverbänden und Bildungseinrichtungen engagierte er sich zudem in der musealen Mitarbeiterfortbildung auf den Gebieten des Arbeits-, Vertrags- und Urheberrechts.
Herr v. Notz, 1973 geboren in Mölln / Kreis Herzogtum Lauenburg, ist in Frankfurt am Main aufgewachsen. Nach Stationen in Hamburg und Lüneburg studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und absolvierte im Anschluss das juristische Referendariat in Berlin. Im September 2004 erwarb er die Zulassung als Rechtsanwalt.
