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Presseinformation vom 13. Februar 2013

Von Jerusalem nach Berlin
 
»intonations - das Jerusalem International Chamber Music Festival« vom 20. bis 25. April 2013 im Jüdischen Museum Berlin


Der Kartenvorverkauf für »intonations«, das Kammermusikfestival der Hauptstadt, ist erfolgreich angelaufen. Vom 20. bis 25. April wird »intonations - das Jerusalem International Chamber Music Festival« zum zweiten Mal im Jüdischen Museum Berlin stattfinden. Das vor 15 Jahren von Elena Bashkirova in Jerusalem gegründete Festival findet im Glashof des Museums seine Fortsetzung. Mit der Reihe des Kammermusikfestivals »intonations« widmet sich das Jüdische Museum Berlin einem neuen musikalischen Kapitel. Sechs Tage lang können Musikbegeisterte die Vielfalt der Kammermusik von klassischen bis zeitgenössischen Kompositionen auf höchstem Niveau erleben. Dem Ruf der Festivalleiterin Elena Bashkirova folgen internationale Solisten und Spitzenmusiker aus Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie ausgesuchte Nachwuchstalente. Neben bekannten Namen wie Daniel Barenboim, Gidon Kremer, Isabelle van Keulen werden auch zahlreiche Künstler vertreten sein, die bislang nur einem kleinen Expertenkreis bekannt sind, aber zur Weltelite gehören.

»intonations« 2013

Im Mittelpunkt des Programms stehen dieses Jahr neben Klassikern wie Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Ludwig van Beethoven die Werke von großartigen Komponisten, deren Arbeiten aufgrund von Verfolgung, Vertreibung und Lagerhaft zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehören Gideon Klein, Pavel Haas, Hans Krása, Viktor Ullmann und Erwin Schulhoff, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden und deren Œuvre erst in den letzten zwanzig Jahren wiederentdeckt wurde.

Konzerthighlights und Rahmenprogramm »intonations« 2013

Am ersten Abend wird das eigens für diesen Anlass komponierte Werk »Colors of dust« des israelischen Komponisten Ayal Adler uraufgeführt. Der Künstler wurde 2008 mit dem renommierten »Israeli Prime Minister Award for composers« ausgezeichnet. Ein weiterer Höhepunkt ist am dritten Festivaltag Igor Strawinskys »L’histoire du soldat« nach einem Text von Charles-Ferdinand Ramuz. Die Rolle des Sprechers übernimmt der Schauspieler Dominique Horwitz. Am 21. April wird Dmitri Bashkirov, der international bekannte Pianist und Musikpädagoge, eine Meisterklasse im Glashof geben, zu der auch Zuhörer willkommen sind. Liebhaber von Alfred Schnittkes Klavierquintett können sich am 23. April auf das Quartett der Kritiker (Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.) freuen. Die Gesprächsrunde aus renommierten Musikkritikern diskutiert unterschiedliche Aufnahmen des Werks, das anschließend in Spitzenbesetzung zu hören sein wird.

Ein Musikprogramm aus Kontrasten

An sechs Tagen entfaltet sich ein Konzertprogramm aus dem Zusammenspiel von Klassikern und Wiederentdeckungen: unter ihnen Gideon Klein, in den 1930er Jahren vor allem als hochbegabter Pianist bekannt; er erprobte in seiner Musik ebenso die Zwölftontechnik wie die Integration von volksmusikalischen Elementen. Pavel Haas orientierte sich als Vertreter der tschechischen Avantgarde an der musikalischen Moderne eines Strawinsky, Milhaud und Honegger, während Hans Krása die Tonalität nie in Frage stellte. Viktor Ullmanns Schaffen kehrte mit der Amsterdamer Uraufführung der Kammeroper »Der Kaiser von Atlantis« 1975 wieder ins allgemeine Bewusstsein zurück. Und Erwin Schulhoff, der auf Empfehlung Antonín Dvořáks schon als Kind Klavierunterricht am Prager Konservatorium erhielt, traf wie kein anderer mit einer eigentümlichen Melange aus traditionellen Gattungen, Jazzrhythmen und einer erweiterten Tonalität den Nerv seiner Zeit. Mieczysław Weinberg, der lange zu Unrecht als Schostakowitsch-Epigone betrachtet wurde, musste erst vor den Nazis und dann vor Stalins Terrorregime fliehen. Der Polystilist Alfred Schnittke, dessen Künstlertum sich auch nach Stalins Tod in der Sowjetunion nicht frei entfalten konnte, sowie Olivier Messiaen, dessen »Quartett auf das Ende der Zeit« am Abend des 15. Januars 1941 in der »Theaterbaracke« des deutschen Gefangenenlagers Görlitz-Moys uraufgeführt wurde, sind ebenso vertreten.

Von Jerusalem nach Berlin

Das 1998 von Elena Bashkirova gegründete Kammermusikfestival gehört längst zu den bedeutendsten kulturellen Ereignissen im israelischen Musikleben. Im April 2012 war der besondere Geist des »Jerusalem Chamber Music Festival« erstmals auch in Berlin zu erleben, als es unter dem Namen »intonations« mit großem Erfolg im Jüdischen Museum Berlin gastierte. 2013 folgt nun die Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation, zu der W. Michael Blumenthal, Generaldirektor des Museums, eingeladen hatte. »Ich freue mich sehr darüber, im Glashof des Jüdischen Museums Berlin ein weiteres künstlerisches Zuhause hier in Berlin gefunden zu haben«, sagt Elena Bashkirova.

Mit Unterstützung der Evonik Industries AG.

Medienpartner: tip Berlin

Ort: Glashof EG
Laufzeit des Festivals: 20. - 25. April 2013
Eintritt: 24 Euro und 20 Euro zzgl. VVK-Gebühr, ermäßigt 16 Euro (nur an  der Abendkasse).
Kartenbestellung: telefonisch unter 01805 - 57 00 70 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, max 0,42 Euro aus den deutschen Mobilnetz), online unter www.eventim.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Kasse des Jüdischen Museums Berlin.

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
www.jmberlin.de
www.facebook.com/jmberlin

Das aktuelle Programm finden Sie unter www.jmberlin.de/intonations.

Pressefotos zum Kammermusikfestival finden Sie zum Download unter www.jmberlin.de/fotodownload (www.jmberlin.de > Presse > Foto-Download > Veranstaltungen).

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