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Presseinformation vom 25. Februar 2013

Sonderausstellungen und Kulturprogramm des Jüdischen Museums Berlin im März 2013


Hiermit laden wir Sie zu den Veranstaltungen des Jüdischen Museums Berlin im März ein. Als erste große Sonderausstellung in diesem Jahr eröffnet am 22. März »Die ganze Wahrheit ...was Sie schon immer über Juden wissen wollten«. Eine Einladung zur Pressekonferenz am Mittwoch, dem 20. März, um 11 Uhr erhalten Sie in Kürze.

Sonderausstellungen
22. März bis 1. September:
»Die ganze Wahrheit
… was Sie schon immer über Juden wissen wollten«

Ein Rabbiner wird gefragt, warum Juden eine Frage immer mit einer Gegenfrage beantworten. »Warum nicht?«, sagt er. Mit der Ausstellung »Die ganze Wahrheit« stellt sich das Jüdische Museum Berlin diversen Fragen rund um das Judentum: Fragen, die Stereotypen und Vorurteile zitieren, unausgesprochene Fragen, die jeder hat oder Fragen, denen Juden im Alltag begegnen. Manche Fragen sind politisch nicht korrekt. Jeder Frage wird ein Zitat und ein Objekt oder eine Installation gegenübergestellt, eine explizite Antwort bekommt der Besucher nicht. Insgesamt präsentiert die Schau 180 Objekte aus Religion, Alltagswelt und zeitgenössischer Kunst. Dabei bietet die Ausstellung weder einen Grundkurs im Judentum, noch ist sie ein unlösbares Sudoku. Der Dreiklang aus Frage, Objekt und Zitat verdeutlicht, dass es auf viele Fragen keine eindeutigen oder richtigen Antworten gibt. »Die ganze Wahrheit« greift vielmehr kontroverse gesellschaftliche Debatten auf, stellt Gegenfragen und sensibilisiert nicht zuletzt für stereotype Bilder und Denkmuster.

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie
Pressekonferenz: Mittwoch, 20. März, um 11 Uhr, Vorbesichtigung ab 10 Uhr
Ort: Altbau 1. OG
Eintritt: mit dem Museumsticket
www.jmberlin.de/wahrheit

15. März bis 26. April:
ROUNDHOUSE REVERB
Eine filmische Installation der Kafka-Fragmente von György Kurtág

Zwei Frauen reisen von Berlin in Richtung Osten, im Gepäck eine Geige und die Noten der Kafka-Fragmente des ungarischen Komponisten György Kurtág. In einem verlassenen Rundlokschuppen entlang der Bahnlinie entdecken sie einen Resonanzraum, der zur Drehscheibe durch die Zeit wird. Denn der Osten, den die Sängerin Caroline Melzer und die Geigerin Nurit Stark bereisen, löst sich ab von konkreten Orten und driftet ins Imaginäre. Die Frauen werden zu Figuren, die einmal aus dem realen Sozialismus, einmal aus der Lebenswelt Franz Kafkas zu stammen scheinen. Kurtágs Zyklus von 1987 ist in einer filmischen Installation zu hören, die das absurde Potenzial der kafkaschen Textfragmente mit Musikclips erforscht. Die räumliche Anordnung der Installation basiert auf dem Grundriss eines Rundlokschuppens, einem kreisrunden Industriegebäude mit einer Drehscheibe in der Mitte. ROUNDHOUSE REVERB lädt die Besucher ein, sich innerhalb einer kreisförmigen Anordnung von Projektionsflächen frei zu bewegen und dabei eine eigene Reise mit den Kafka-Fragmenten zu unternehmen.

Konzept/Realisierung: Isabel Robson und Susanne Vincenz
Eine Produktion der Roundhouse Reverb GbR in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin, deSingel International Arts Campus Antwerpen und Deutschlandradio Kultur. Finanziert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
Presserundgang: Donnerstag, 14. März, um 11 Uhr
Ort: Eric F. Ross Galerie in der Dauerausstellung
Eintritt: mit dem Museumsticket

Onlineprojekt
30. Januar bis 31. Dezember:
»1933. Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums«

2013 steht die Berliner Museumslandschaft im Zeichen des Themenjahrs »Zerstörte Vielfalt«. Unter der Internetadresse www.jmberlin.de/1933 präsentiert das Jüdische Museum Berlin im Website-Angebot »Online-Schaukasten« ab dem 30. Januar ausgewählte historische Zeugnisse zum Jahr 1933. Diese zeigen, wie sich die Diskriminierungs- und Verfolgungspolitik individuell und konkret auf die Betroffenen auswirkte und wie diese darauf reagierten. Das Online-Projekt folgt einer kalendarischen Struktur: Jede Woche erscheinen Dokumente und Fotografien, die sich auf den jeweiligen Tag vor 80 Jahren beziehen. Nach und nach entsteht ein Bild des von Schikanen, Ausgrenzung und Entrechtung geprägten Alltags der deutschen Juden. Zugleich wird deutlich, in welcher Vielfalt jüdisches Leben in Deutschland vor 1933 präsent war. Die Originaldokumente stammen überwiegend aus privaten Schenkungen und Nachlässen des Museumsarchivs und des Leo Baeck Institutes. Mit Hilfe von Transkriptionen und multimedialen Funktionen lassen sich diese individuell erschließen. Die Online-Präsentation setzt die Quellen in ihren biografischen und historischen Kontext und beleuchtet Einzel- und Familienschicksale.
Die Objekte werden auch in den Online-Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin veröffentlicht unter http://objekte.jmberlin.de.

Begleitprogramm zum Online-Projekt »1933. Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums«
16. März:
Lange Nacht der Museen: Zerstörte Vielfalt

Eine halbstündige Führung »Zerstörte Vielfalt« durch die Dauerausstellung zeigt, wie im Jahr 1933 das Selbstverständnis vieler Juden als deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens jäh zerstört wurde. Die Führung endet mit dem Aprilboykott vom 1. April 1933. Im Anschluss werden auf einer großen Leinwand Fotografien und Dokumente aus der Online-Ausstellung: »1933. Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums« präsentiert. So wird dem Betrachter ermöglicht, die Geschichte aus der Perspektive der damaligen jüdischen Zeitgenossen nachzuvollziehen.

Ort: Dauerausstellung, jede halbe Stunde von 18-22 Uhr
Eintritt: mit dem Lange-Nacht-Ticket

Weiteres Kulturprogramm
6. März:
Juden, zur Sonne, zur Freiheit!
Eine musikalische Revue zum 150. Geburtstag der SPD

Wer waren die großen jüdischen Namen der Sozialdemokratie, warum engagierten sich jüdische Frauen und Männer auf Seiten der politischen Linken, was konnten sie dort bewirken und welchen Verlauf nahmen ihre oftmals sehr ungewöhnlichen Lebenswege? Die biographische Zeitreise wird umrahmt von Liedern der europäischen Arbeiterbewegung mit Jasmin Tabatabai (Gesang) und Katrin Schüler-Springorum (Gitarre). Wir laden Sie ein zu einer bunten musikalisch-lebensgeschichtlichen Revue mit Sigmar Gabriel, Peter Brandt, Helga Grebing, Bernd Faulenbach und anderen Gästen.

In Kooperation mit dem SPD-Parteivorstand und dem Zentrum für Antisemitismusforschung
Ort: Glashof EG, 19:30 Uhr
Eintritt frei
Besucheranmeldung: unter Tel.: +49 (0)30 259 93 488 oder reservierung[at]jmberlin.de

13. März:
Amos Oz: Unter Freunden
Buchpräsentation mit dem Autor und mit dem Schauspieler Ulrich Matthes

In seinem neuen Erzählband knüpft Amos Oz an seine großen Erfolge an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Die acht Erzählungen spielen im fiktiven Kibbuz Ikat und zeichnen wunderbare Porträts von Frauen und Männern, die ihren ganz eigenen Träumen und ihrem eigenen Schmerz nachhängen, immer im Schatten des großen Traums vom Kollektiv. Jede Geschichte ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie das Bild einer großen Idee. »Diese Geschichten ... erzählen von den elementaren Kräften menschlicher Existenz. Von Einsamkeit. Von Liebe. Von Verlust. Von Tod. Von Sehnsucht. Von Verzicht und Verlangen. Also von den grundlegenden Dingen, die jeden betreffen.« (Amos Oz)

In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung.
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19:30 Uhr
Eintritt: 10 Euro, erm. 8 Euro
Kartenreservierung bei der Literaturhandlung unter Tel. +49 (0)30 88 24 250

18. März:
Als Kind wünschte ich mir goldene Locken
Eine Hörbuchpräsentation des Rundfunks Berlin Brandenburg

Die rbb-Redakteurin Magdalena Kemper hat für die Sendung »Das Gespräch« über Jahrzehnte hinweg Überlebende der Schoa interviewt. In den Gesprächen berichten die Zeitzeugen von Angst und Verlust, aber auch von Neuanfängen und unverhofftem Glück. So wünschte sich die Publizistin Susanne von Paczensky goldene Locken und die Autorin Inge Deutschkron blickt zurück mit der Erkenntnis »Zuhause ist da, wo das Herz ist«. Eine Auswahl dieser einzigartigen Tondokumente präsentiert der rbb gemeinsam mit dem Audio Verlag nun als Hörbuch. Im Jüdischen Museum Berlin werden Margot Friedländer, Salomea Genin und Gerhard Baader von ihren Erinnerungen erzählen.

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
www.jmberlin.de
www.facebook.com/jmberlin

In Kooperation mit dem rbb und dem Audio Verlag
Ort: Altbau EG, Auditorium, 19 Uhr
Eintritt: frei
Besucheranmeldung (bis 12. März) unter Tel.: +49 (0)30 259 93 488


Pressefotos finden Sie zum Download auf unserer Website unter www.jmberlin.de/fotodownload

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