Über die Ausstellung

Heimatkunde. 30 Künstler blicken auf Deutschland



»Hei|mat|kun|de« bezeichnet laut Duden die Geschichte, Geografie und Biologie einer engeren Nachbarschaft. Heimat ist ein emotionaler Begriff, der sehr vieles bedeuten kann: Geburtsort, Herkunftsland, Nation, Sprache, Religion. Ein  bekannter Landstrich, Familie und Freunde, zu wissen, wo die Bäckerei, der Augenarzt, das Lieblingskino sind, das alles trägt zu dem Gefühl bei, das Hannah Arendt anlässlich eines Besuches im Berlin der ersten Nachkriegsjahre in das Bild von ihren Füßen fasste, die alleine wüssten, wohin sie gehen. Vertrautheit, unumstrittene Zugehörigkeit, aber auch das Recht zu jammern und zu klagen sind die Komponenten, die das »zu Hause« definieren.

Heimatgefühl und Nationalbewusstsein sind nicht zwangsläufig identisch; die nationale Erzählung geht weit über die Intimität mit der unmittelbaren Umgebung hinaus. Für die deutsche Nationenbildung wird oft das Paradigma der Zerrissenheit angeführt, die Sehnsucht nach Einigkeit, politischer Freiheit und kollektivem Heldentum, die sich in Größenphantasien äußerte und in Weltkriegen, Staatsverbrechen und Teilungen mündete.

Wir fragen uns, wie diese Gesellschaft nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und dem Eingeständnis Deutschlands, ein Staat mit heterogener Bevölkerung zu sein, kollektive Selbstvergewisserung definiert. Mit den in der Ausstellung »Heimatkunde. 30 Künstler blicken auf Deutschland« versammelten Arbeiten thematisieren Künstler zentrale Aspekte ihrer Wahrnehmungen in und von Deutschland.

Für weiterführende Informationen über die Ausstellung lesen Sie bitte »Heimatkunde. 30 Künstler blicken auf Deutschland« (Download als PDF, 195 KB) von Margret Kampmeyer, Museums-Journal, Oktober 2011. Wir danken dem Museums-Journal für die freundliche Genehmigung.

Wann: 16. September 2011 bis 29. Januar 2012
Wo:
Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin, Altbau 1. OG