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Jankel Adler: Sabbat


Mann und Frau sitzen vor einem Tisch, mit umgestoßenem Kerzenhalter, halbe Challa und leerem Glas

© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Weiht er doch jedes Bildnis, das er malt,
Mit dichterischer, großer Harfenschrift
Seinem jungen Gotte Zebaoth

schrieb Else Lasker-Schüler über ihren Freund Jankel Adler (1895–1949). Tatsächlich finden sich jüdische Themen, einzelne jiddische Wörter und Anspielungen auf Bräuche in vielen seiner Werke.

Das gilt auch für das Gemälde »Sabbat«, das einen Blick in eine heimische Stube gewährt: Ein Mann liegt auf dem Sofa, sein Gebetbuch in der Hand, neben sich den Gebetsschal. Seine Frau sitzt auf einem Stuhl und hält eine Schale Sonnenblumenkerne im Schoß. Auf dem Tisch stehen Gegenstände und Speisen für den Schabbat, den wöchentlichen Ruhetag. Doch sind die Kerzen herunter gebrannt, das Challebrot ist zur Hälfte gegessen, das Weinglas leer: Der Künstler zeigt nicht den feierlich-freudigen Moment der Begrüßung des Schabbats, den man aus vielen Darstellungen kennt, sondern die Stunden danach.

Jankel Adler war 1913 aus Lodz an die Kunstgewerbeschule in Barmen, heute Wuppertal, gekommen. In den 1920er Jahren beteiligte er sich an den Aktivitäten der Düsseldorfer, Kölner und zeitweilig auch Berliner linken Avantgarde. Dass er sich in dieser Zeit intensiv mit Wandmalerei beschäftigte, schlug sich auch in seiner Maltechnik nieder: eine Mischung aus Ölfarbe und Sand, in die er Muster ritzte.

Das Gemälde »Sabbat« entstand 1927/28 in Adlers – kurzen – erfolgreichen Jahren in Düsseldorf. Zu dieser Zeit bildete sich um ihn eine kleine jüdische Kunstgemeinde, zu der wohl auch Joseph Gottlieb zählte, der Düsseldorfer Rechtsanwalt, von dessen Erben das Jüdische Museum das Gemälde erwarb.

Objektdaten:
Sabbat (Schabbat)
Jankel Adler (1895–1949)
1927/1928
Mischtechnik, Öl, Sand auf Leinwand
120 x 110 cm

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