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Albertine Mendelssohn-Bartholdy
als Braut


Gemälde von einer Braut in Goldrahmen

Wie die Madonna auf einem Verkündigungsbild steht sie da, den Ring auf Höhe des Herzens gehoben, in weißem Kleid, bräutliche Myrten im Haar, den Blick demütig gesenkt. Der Rahmen nennt das Datum: den 27. Mai 1835, den Hochzeitstag von Albertine Heine (1814–1879) und Paul Mendelssohn-Bartholdy (1812–1874). Wie Paul, so stammte auch die hier abgebildete Albertine aus einer jüdischen Familie. Die Eltern, nicht mehr religiös gebunden, hatten ihre Kinder aus pragmatischen Gründen taufen lassen: Die Anfeindungen und gesellschaftlichen Einschränkungen, denen sie selbst ausgesetzt waren, wollten sie ihren Nachkommen nicht vererben.  

Albertines Brautbild, gemalt von einem Schüler ihres Schwagers, des angesehenen Malers Wilhelm Hensel, bleibt trotz aller Anspielungen auf christliche Bildtraditionen ambivalent. Zwar scheint der Rahmen zu einem Altarbild zu gehören, zwar spielen Details auf traditionelle Darstellungen der Verkündigung Mariä an, zwar ist im Hintergrund eine Kirche zu sehen. Aber Inhalt des Bildes ist nicht die Religion: Die Kirche ist die Berliner Marienkirche, die von Albertines Elternhaus aus zu sehen ist, und nicht nur die Lilie, die Blume der Unschuld, schmückt die Braut, sondern auch das Maiglöckchen, das traditionell vor allem als Liebesbotschaft dient. Diese Braut ist keine Madonna – im Gewand einer religiösen Darstellung sehen wir nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Feier des privaten Glücks.

Objektdetails:
Albertine Mendelssohn-Bartholdy als Braut
August Theodor Kaselowsky (1810-1890)
1835
Öl auf Leinwand
113 x 81,5 cm

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