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»Selbstporträt mit Strohhut«
von Max Liebermann


Alter Mann im Anzug mit Strohhut

Gemälde »Selbstporträt mit Strohhut« von Max Liebermann, 1929
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Max Liebermann (1847–1935) – der wohl bedeutendste unter den deutsch-jüdischen Künstlern, der wichtigste Vertreter des deutschen Impressionismus, Präsident der Berliner Secession und der Akademie der Künste – schuf im Laufe seines Lebens fast siebzig Selbstporträts. Meist zeigte er sich dabei im Anzug, in nüchterner Zurückhaltung die Veränderungen seiner Physiognomie sorgfältig registrierend. Nichts wäre ihm fremder gewesen als die Mitteilung momentaner Stimmungen; Distanz war ihm, der sich selbst als »den vollkommensten Bourgeois« bezeichnete, ein Lebensprinzip.

Auch auf diesem späten Selbstporträt zeigt sich der Künstler als Bürger, in dunklem Anzug. Dazu trägt er einen Panamahut, wie auf vielen der im Sommerhaus am Wannsee entstanden Fotografien. Zwei Jahre nachdem der Künstler seinen 80. Geburtstag gefeiert und hohe Ehrungen erhalten hatte, malt er sich hier mit einem Anflug von Resignation und Melancholie, der zum einen wohl dem Alter, zum anderen sicher aber auch den politischen Zeitumständen geschuldet war.

Das kleine Format und die Nähe des Bildausschnitts geben dem Gemälde eine persönliche Note, die durch die Widmung »in Dankbarkeit« an den Zahnarzt Joseph Grünberg noch unterstrichen wird. Dennoch: die bürgerliche Contenance bleibt gewahrt.

Objektdaten:
Max Liebermann
Selbstporträt mit Strohhut
Berlin 1929
Öl auf Holz
50 x 39,5 cm
Bez.o. r.: »M. Liebermann / in Dankbarkeit 1929 / Herrn Dr. Grünberg«

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