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Purim-Kostüm


Kinderkostüm in leuchtendem Orange

Astronautenkostüm für Purim
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Der erste israelische Astronaut war zum Nationalhelden bestimmt. Ilan Ramon war Teil der Forschungsmission, die am 16. Januar 2003 ins All startete; außer ihm befanden sich noch sechs US-Amerikaner an Bord des Space Shuttles Columbia. Vor seinem Eintritt ins All hatte Ramon sich noch mit einem Rabbi über religiöse Vorschriften im Orbit beraten: Wenn die Sonne alle 90 Minuten untergeht, muss Schabbat nach je 10 Stunden eingehalten werden? Auch wäre Neujahr alle 20 Tage zu feiern…

Unten auf der Erde fiel Purim, das zum Gedenken an die Errettung der persischen Juden gefeiert wird, in diesem Jahr auf den 17. März. Zu diesem Festtag gehört es, dass Kinder sich verkleiden. Und dafür wählen sie gerne die Kostüme ihrer Helden.

Die israelischen Kostümproduzenten wappneten sich für einen Ansturm auf Astronauten-Outfits. Ihre Produkte reichten von genauen Repliken von Ramons Anzug – einschließlich blau-weißer israelischer Flagge und NASA-Emblem – bis hin zu ungeschmückten orangefarbenen Overalls aus Polyester. Als die Raumfähre bei ihrem Eintritt in die Erdatmosphäre am 1. Februar zerbrach und die gesamte Crew auf tragische Weise starb, waren die Verkleidungen längst auf dem Markt.

Die gewaltigen Bestände der Raumfahrer-Kostüme wurden bald zum Gegenstand heißer Debatten, und viele Läden strichen sie sofort aus ihrem Angebot. Eltern ärgerten sich wiederum, dass sie das Kostüm auch in Andenken an und zu Ehren Ramons nicht mehr kaufen konnten, während ihre Kinder nun doch lieber als Batman verkleidet gehen wollten.

Das hier abgebildete Exemplar wurde in einer Seitenstraße Tel Avivs erstanden, wo es auf einem Stapel ausrangierter Kostüme lag.

Objektdaten:
Purim-Kostüm »Astronaut«
Israel 2003
Kunstfaser, genäht
104 x 35 cm

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