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Bilder, Objekte, Dokumente


Das Profil der Sammlungen

Die Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin zeigen das Leben der deutschen Juden und der Juden in Deutschland in Bildern und Objekten, Kunstwerken und Dokumenten.

Zurzeit umfassen sie etwa 7.500 Kunstwerke, 2.300 Zeremonialobjekte und Objekte der Angewandten Kunst, 3.000 Objekte der Alltagskultur, 30.000 Fotografien und über 1.500 Konvolute des Archivs sowie die historischen Bestände der Bibliothek mit circa 10.000 Bänden.

Eine dunkelhaarige Frau steht am Brunnen mit einem Krug in der Hand

Lesser Ury, Rebekka am Brunnen, 1908-09, Öl auf Leinwand
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Die Sammlungsobjekte dienen dazu, jüdische Kultur und Geschichte auf lebendige und anschauliche Weise zu vermitteln, Material für die Forschung zur Verfügung zu stellen und nicht zuletzt das Andenken an die Menschen zu bewahren, deren Geschichten sie erzählen.

»Geschichten erzählen mit Objekten« ist ein Leitgedanke unserer Sammeltätigkeit auf allen Gebieten. Dies kann durch herausragende Einzelstücke geschehen, ebenso wie durch Ensembles aus unterschiedlichen Objekten, Bildern und Dokumenten.

Ein Herzstück unserer Sammlung sind die Nachlässe von Familien. Sie enthalten alle Arten von Bildern, Gegenständen und Schriftstücken. Zusammen zeigen sie ein lebendiges Bild vom privaten, beruflichen und religiösen Leben.

Die Familiensammlungen wurden durch Verfolgung und Emigration hinweg bewahrt und dem Museum von Nachkommen aus aller Welt geschenkt.

Die meisten Objekte unserer Sammlungen stammen aus dem 19. und der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts. Sie dokumentieren die bürgerliche Lebenswelt und die Moderne sowie Verfolgungs- und Emigrationserfahrungen. Berlin ist dabei ein Schwerpunkt, doch suchen wir als Jüdisches Museum der Bundesrepublik auch Objekte aus anderen Regionen, aus anderen Epochen und zu anderen Themen. Unser besonderes Interesse beim Ausbau der Sammlung in den nächsten Jahren gilt der Zeit nach 1945 bis in die Gegenwart.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei unterstützen, die Sammlung durch interessante Objekte zu erweitern. Machen Sie uns ein Angebot oder spenden Sie an den Förderverein.

Geschichte der Sammlungen

Die Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin gehen zurück auf die der Jüdischen Abteilung des Berlin Museums. Dieses stadtgeschichtliche Museum im Westteil der Stadt befand sich in dem Gebäude, durch das der Libeskind-Bau heute betreten wird. 1734 wurde es für die königlichen Verwaltungs- und Justizbehörden errichtet und später als Sitz des preußischen Kammergerichts berühmt.

Seit den 1970er Jahren gab es im Berlin Museum erste Ideen für ein Jüdisches Museum. Mit Unterstützung der 1975 gegründeten »Gesellschaft für ein Jüdisches Museum« und Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin wurde begonnen, eine Sammlung aufzubauen.

Den Grundstock für die Sammlung von Zeremonialobjekten bildete die 1981 erworbene Judaica-Sammlung des Münsteraner Kantors Zvi Sofer. Hinzu kamen herausragende Einzelstücke wie der Chanukka-Leuchter von George Wilhelm Marggraff aus dem Jahr 1776. Auch Alltagszeugnisse aus jüdischen Familien gehörten von Anfang an zum Spektrum der Sammlung. Außerdem wurden gezielt Werke der bildenden Kunst angekauft, etwa die biblischen Gemälden Lesser Urys oder die beinahe vollständige Sammlung von Grafik Jakob Steinhardts. Damit stellte man sich in die Tradition des 1938 von den Nationalsozialisten zerstörten Jüdischen Museums der Jüdischen Gemeinde, das als einziges unter den damaligen jüdischen Museen das Schaffen zeitgenössischer jüdischer Künstler dokumentiert hatte.
Weitere Informationen zu diesem ersten Jüdischen Museum in Berlin finden Sie hier:

Kontakt

Inka Bertz
Leiterin der Sammlungen/Kuratorin für Kunst
Tel: +49 (0)30 259 93 414
Fax: +49 (0)30 259 93 409
i.bertz[at]jmberlin.de

Bei der Gründung des Jüdischen Museums Berlin als einer selbständigen Einrichtung des Bundes im Jahr 2001 wurden die Bestände der Jüdischen Abteilung des Berlin Museums der Stiftung Jüdisches Museum Berlin übertragen. Gleichzeitig erweiterte sich der Sammlungsauftrag: Das Jüdische Museum sammelt heute nicht allein Zeugnisse der jüdischen Geschichte Berlins, sondern aller Regionen Deutschlands.

Heute ist die Sammlung die umfangreichste unter den jüdischen Museen in Deutschland; doch im Vergleich zu anderen kulturhistorischen Museen ist sie noch relativ klein.

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