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Zeremonialobjekte und Angewandte Kunst


Tora-Aufsätze mit Glöckchen und Verzierungen

Tora-Aufsätze mit den Symbolen der zwölf Stämme Israels, Silber und Acryl, Kurt J. Matzdorf (geb. 1922), New Paltz, New York 1981
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Der Sammlungsbereich für Zeremonialobjekte und Angewandte Kunst dokumentiert deutsch-jüdische Geschichte und Kultur anhand von Ritual-, Kunst- und Alltagsgegenständen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich in diesen Gegenständen deutsch-jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart widerspiegelt.

In der Sammlung von Zeremonialkunst finden sich repräsentative Objekte für den religiösen Gebrauch in einer Vielfalt von Materialien, darunter verschiedene Textilien, Papiere und Metalle. Sie enthält auch einige Vergleichsstücke aus anderen Ländern sowie eine wachsende Anzahl von zeitgenössischen Zeremonialgegenständen. Das Spektrum handwerklicher Fertigkeit reicht von kunstvoll verzierten deutschen Silberarbeiten des 18. Jahrhunderts bis zu einfacher Volkskunst. Das Herzstück der mittlerweile mehr als 1.300 Objekte zählenden Sammlung bildet die Privatkollektion des Münsteraner Kantors Zvi Sofer, die das Museum 1981 erwerben konnte.

Schräg ausgerichtete Teekanne mit schwarzen und roten Punkten

Teekanne aus der Produktion der Haël-Werkstätten, Keramik, Grete Loebenstein-Marks (1899-1990), Marwitz 1923-1934
© Jüdisches Museum Berlin

Ein besonderes Sammelinteresse besteht auch an Zeremonialobjekten, die vom späten 19. bis ins 20. Jahrhundert von überwiegend nichtjüdischen Firmen in Massenproduktion gefertigt wurden. Im Zentrum dieser Silbermanufakturen, dem hessischen Hanau, wurden bis in jüngste Zeit jüdische Zeremonialobjekte hergestellt. Das Jüdische Museum hat den Produktionsprozess in einem Film und durch Fotografien exemplarisch dokumentiert.

Darüber hinaus sammelt das Museum Gegenstände, die für Veränderungen, Innovation und Wiederbelebung im jüdischen Leben stehen und Fragen nach jüdischer Identität und ritueller Praxis stellen, sei es ein Hochzeitsbaldachin, der für ein Displaced-Persons-Lager gefertigt wurde, oder unsere zeitgenössische Sammlung von Objekten zu Chanukka und Weihnachten.

Kontakt

Michal S. Friedlander
Kuratorin für Judaica und Angewandte Kunst
Tel: +49 (0)30 259 93 511
Fax: +49 (0)30 259 93 409
m.friedlander[at]jmberlin.de

Ein weiteres Sammlungsgebiet ist die Angewandte Kunst. Hier ist es uns ein Anliegen, die Arbeit deutsch-jüdischer Kunsthandwerker und Firmen zu erforschen und zu dokumentieren, die nicht-rituelle Gegenstände herstellten. Das Spektrum reicht von qualitativ hochwertigen Keramik- und Silberarbeiten einzelner Gestalter bis hin zu ausgewählten Beispielen von in Massenproduktion hergestellten Waren deutsch-jüdischer Manufakturen.

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