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Kunstsammlung


Eine Frau küsst eine schwarze Raubkatze

Thomas Theodor Heine, Plakat der III. Kunstausstellung der Berliner Secession, Mai-Oktober 1901
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung Hendrik A. Berinson zum Gedenken an Ephraim Berinson

Die Kunstsammlung des Jüdischen Museums Berlin zeigt die deutsch-jüdische Geschichte aus der Perspektive der Bildenden Kunst.

In den Werken jüdischer Künstler und den Erwartungen jüdischer Auftraggeber verbanden sich die Bilderwelten der jüdischen Tradition mit denen der Gegenwart. Die Arbeiten der Künstler zeigen, wie Juden teilhaben am kulturellen Leben ihrer Zeit. Sie gestalten und interpretieren ihre Umwelt, sie positionieren sich in der deutschen Gesellschaft und reflektieren ihre Haltung zum Judentum. Auch als Auftraggeber, etwa von Porträts, spielen Juden in der Kunstwelt eine wichtige Rolle. Ihre ästhetischen Vorlieben sind uns heute ein wichtiges Zeugnis ihrer kulturellen Identität.

Gemälde von Leopold Bendix, Doppelporträt Albert und Julie Rathenau

Leopold Bendix, Doppelporträt Albert und Julie Rathenau, 1845, Öl auf Leinwand
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Charlotte Herzfeld, Foto: Jens Ziehe

Diese, aus vielen Wechselbeziehungen entstandene visuelle Kultur zu dokumentieren und zu erforschen ist die Aufgabe des Sammlungsgebietes Bildende Kunst. Derzeit umfasst der Bestand circa 430 Gemälde, 5.000 Blatt Druckgrafik, 1.900 Zeichnungen und etwa 150 Skulpturen und Architekturmodelle.

Mit seiner Kunstsammlung knüpft das Jüdische Museum Berlin an die Tradition des ersten Jüdischen Museums an, das 1938 zwangsweise geschlossen wurde. Es widmete sich ausdrücklich den Arbeiten jüdischer Künstler der Zeit. Die schon damals gesammelten Werke der klassischen Moderne bilden auch heute einen Schwerpunkt: Max Liebermann, Lesser Ury, Ludwig Meidner, Jakob Steinhardt, Hermann Struck, Jankel Adler und Otto Freundlich sind nur die bekanntesten Namen.

Die Druckgrafik ist ein umfangreicher und wichtiger Teil der Kunstsammlung. Sie umfasst auch Plakate und Gebrauchsgrafik und steht in engem Zusammenhang mit den Werken der Buchkunst, die in der Bibliothek zusammengetragen wurden.

Unter den Sujets sind biblische Themen und jüdische Motive naturgemäß stark vertreten, doch unser Interesse gilt auch allen anderen Bildgegenständen und besonders der ästhetischen Verarbeitung von Verfolgungs- und Emigrationserfahrungen.

Wie in jeder kulturhistorischen Sammlung spielen auch im Jüdischen Museum Berlin Porträts eine große Rolle. Viele davon sind Bestandteil familiengeschichtlicher Sammlungen, die auch Dokumente, Fotos und Objekte enthalten. Daneben sind die Bildnisse jüdischer Aufklärer des 18. Jahrhunderts besonders bemerkenswert, die das Israel Museum dem Haus als langfristige Leihgabe überlassen hat. Ursprünglich gehörten sie zum Bestand des ersten Jüdischen Museums.

Darüber hinaus sammeln wir in Zusammenarbeit mit unserem Archiv und der Fotografischen Sammlung biografisches und dokumentarisches Material, wie beispielsweise Fotos, Korrespondenzen und Druckschriften.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist die zeitgenössische Kunst. Mit seiner Architektur und seinem Selbstverständnis bezog sich das Jüdische Museum Berlin von Beginn an auf Fragestellungen der Gegenwart. Folgerichtig gehört es zum Sammlungskonzept, die zeitgenössischen Entwicklungen zu dokumentieren. Installationen von Menashe Kadishman, Via Lewandowski und Arnold Dreyblatt sind Teil des Ausstellungsrundganges und reflektieren den Umstand, dass ein Museum nur aus der Position der eigenen Gegenwart über Geschichte sprechen kann.

Kontakt

Inka Bertz
Leiterin der Sammlungen/Kuratorin für Kunst
Tel: +49 (0)30 259 93 414
Fax: +49 (0)30 259 93 409
i.bertz[at]jmberlin.de

Das Interesse eines kulturgeschichtlichen Museums ist dabei immer auch thematisch motiviert. Jedes Kunstwerk betrachten wir aus der Perspektive der Fragen, die sich das Museum generell stellt – Fragen nach Tradition und Erinnerung, nach jüdischer Gegenwart und Visionen für die Zukunft.

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