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Fotografische Sammlung


Ilse Bing, 1931

Ilse Bing, Selbstporträt mit Kamera und Spiegel, 1931
© Jüdisches Museum Berlin

Die Fotografische Sammlung umfasst ungefähr 30.000 Einzelstücke. Sie stammen überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und repräsentieren geographisch Deutschland und die Emigrationsländer der deutschen Juden.

Breit abgebildete Themen innerhalb der Fotografischen Sammlung sind: der jüdische Sport, jüdische Studentenverbindungen, Wirtschaftsgeschichte, Schulen und andere jüdische Einrichtungen, Hachschara Lager zur Vorbereitung auf die Besiedlung Palästinas, Displaced Persons-Camps, Synagogen, das deutsch-jüdische Bürgertum im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, der Erste Weltkrieg, Verfolgung und Emigration, das Leben im Exil und der Neuanfang in Deutschland nach 1945.

Der größte Teil sind die mehr als 10.000 Fotografien aus Familiensammlungen, die in enger Verbindung zu den Beständen des Archivs und anderen Sammlungsbereichen stehen. Darüber hinaus gibt es große Einzelbestände, kleinere Sammlungen und Einzelarbeiten namhafter Fotografen der 1920er und 1930er Jahre sowie zeitgenössische Arbeiten. Zudem werden Objekte aller Sammlungsbereiche fotografisch dokumentiert sowie Dokumentationsfotos von Ausstellungen, Veranstaltungen und Architekturansichten verwahrt.

Ein junger Mann mit Schürze bearbeitet Holz an einer Werkbank

Herbert Sonnenfeld, Tischlerarbeit im Hachschara-Lager Berlin-Niederschönhausen, Berlin 1935
© Jüdisches Museum Berlin

Zu den umfangreichsten und wichtigsten Einzelbeständen zählen die Fotografien von Herbert Sonnenfeld, Ruth Jacobi und Roman Vishniac. Die Sammlung Sonnenfeld umfasst etwa 3.000 Fotografien von Herbert Sonnenfeld, der zwischen 1933 und 1938 als Pressefotograf die jüdischen Gemeinde- und Sozialeinrichtungen, Kultur- und Sportveranstaltungen dokumentierte.
Ein eindrucksvolles Zeitzeugnis bilden darüber hinaus die Passfotos von über 500 jüdischen Zwangsarbeitern der Berliner Elektrofirma Ehrich & Graetz – einer von hunderten Berliner Firmen, in denen Juden zwischen 1939 und 1945 zur Arbeit gezwungen wurden.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die zeitgeschichtliche Dokumentation jüdischen Lebens in Deutschland von 1945 bis in die Gegenwart. Unser Interesse gilt dabei dem religiösen und sozialen Leben innerhalb der Gemeinden sowie den Ereignissen des öffentlichen Lebens, die über die deutsch-jüdischen Beziehungen Aufschluss geben. Hierfür wurden eigene Fotoprojekte umgesetzt, beispielsweise 2011 Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde Berlin interviewt und fotografisch porträtiert sowie aktuelle fotografische Dokumentationen über jüdisches Gemeindeleben in Deutschland gesammelt.

Kontakt

Theresia Ziehe
Kuratorin für Fotografie
Tel: +49 (0)30 259 93 561
Fax: +49 (0)30 259 93 409
t.ziehe[at]jmberlin.de

Daneben finden sich hierzu in der Sammlung zwei Fotografieserien: Leonard Freeds Serie »Deutsche Juden heute« besteht aus 52 Fotografien und dokumentiert das jüdische Leben in Deutschland Anfang der 1960er Jahre; 162 Fotografien von Michael Kerstgens aus den Jahren 1992 bis 2012 halten den Prozess der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland intensiv fest.

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