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Fotografische Sammlung


Ilse Bing, 1931

Ilse Bing, Selbstporträt mit Kamera und Spiegel, 1931
© Jüdisches Museum Berlin

Die Fotografische Sammlung ist als eigenständiger Sammlungsbereich Anfang 2006 definiert worden und umfasst sämtliche Fotografien des Hauses. Sie stammen überwiegend vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und repräsentieren geographisch zumeist Deutschland und die Emigrationsländer der deutschen Juden.

Die meisten Fotografien – über 7.000 Aufnahmen – stammen aus Familiensammlungen und stehen in enger Verbindung zu den Beständen der Historischen Sammlung.

Die Familienfotos spiegeln das Leben des deutsch-jüdischen Bürgertums im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, zeigen die Privatsphäre, aber auch das Berufsleben und die Arbeitswelt. Zahlreich sind auch die Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg. In den 1920er Jahren wird der Sport zu einem immer beliebteren Motiv. Die Fotografien der 1930er Jahre zeigen den Unterricht an jüdischen Schulen oder Umschulungslehrgänge zur Vorbereitung auf die Auswanderung. Ihnen folgen Bilder von der Auswanderung selbst, später vom Leben im Exil oder vom Neuanfang in Deutschland.

Ein junger Mann mit Schürze bearbeitet Holz an einer Werkbank

Herbert Sonnenfeld, Tischlerarbeit im Hachschara-Lager Berlin-Niederschönhausen, Berlin 1935
© Jüdisches Museum Berlin

Zu den umfangreichsten und wichtigsten Einzelbeständen zählen die etwa 3.000 Fotografien von Herbert Sonnenfeld, der zwischen 1933 und 1938 als Pressefotograf die jüdischen Gemeinde- und Sozialeinrichtungen, Kultur- und Sportveranstaltungen dokumentierte. Ein eindruckvolles Zeitzeugnis bilden die Passfotos von über 500 jüdischen Zwangsarbeitern der Berliner Elektrofirma Ehrich & Graetz. Neben diesen Beständen finden sich kleinere Sammlungen und Einzelarbeiten namhafter Fotografen der 1920er und 1930er Jahre sowie zeitgenössische Arbeiten.

Zu einem besonderen Schwerpunkt innerhalb der Fotografischen Sammlung wird derzeit die Bilddokumentation deutsch-jüdischer Geschichte seit 1945 ausgebaut. Unser Interesse gilt dabei dem religiösen und sozialen Leben innerhalb der Gemeinden sowie den Ereignissen des öffentlichen Lebens, die über die deutsch-jüdischen Beziehungen Aufschluss geben.

Kontakt

Theresia Ziehe
Kuratorin für Fotografie
Tel: +49 (0)30 259 93 561
Fax: +49 (0)30 259 93 409
t.ziehe[at]jmberlin.de

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