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Festsaal mit Gästen an Tischen und einer ausgeleuchteten Bühne im Hintergrund.

Preis für Ver­ständigung und Toleranz

Seit 2002 verleiht das Jüdische Museum Berlin (JMB) zusammen mit den FREUNDEN DES JMB jährlich den Preis für Verständigung und Toleranz.

Mit diesem Preis werden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur geehrt, die sich auf herausragende Weise um Verständigung und Toleranz, um die Förderung der Menschenwürde, die Integration von Minderheiten und des Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Kulturen verdient gemacht haben.

Die aktuellen Preisträger*innen veröffentlicht das JMB jährlich im Pressebereich der Website.

Die Preisverleihung findet traditionell im Rahmen eines festlichen Galadinners statt, zu dem das Museum zahlreiche Freund*innen und Unterstützer*innen aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Medien begrüßt. Der Spendenerlös des Abends kommt der Bildungsarbeit des Museums zugute.

Der Preis für Verständigung und Toleranz hat die Form eines Oloids; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Svea Pietschmann / David Ausserhofer

Die Preisträger*innen

Bislang haben folgende Personen den Preis für Verständigung und Toleranz erhalten:

Jahr der Verleihung

Preisträger*innen

2025

Amy Gutmann, ehemalige US-Botschafterin in Deutschland
Daniel Zajfman, Physiker am Weizmann Institute of Science

2024

Margot Friedländer, Zeitzeugin
Delphine Horvilleur, Rabbinerin des Judaïsme En Mouvement in Frankreich und Autorin

2023

Corinne Michaela Flick, Gründerin und Vorständin der gemeinnützigen CONVOCO! Stiftung
Wolfgang Ischinger, Präsident des Stiftungsrats der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz

2022

Herta Müller, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin
Barrie Kosky, Theater- und Opernregisseur

2021

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Daniel Libeskind, Architekt

2020

Madeleine K. Albright, ehemalige US-amerikanische Außenministerin
Igor Levit, Pianist

2019

Heiko Maas, Bundesaußenminister
Anselm Kiefer, Künstler

2018

Susanne Klatten, Unternehmerin
David Grossman, Schriftsteller

2017

Joachim Gauck, Altbundespräsident
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG

2016

Renate Lasker-Harpprecht und Anita Lasker-Wallfisch, Zeitzeuginnen
Hasso Plattner, Unternehmer

2015

W. Michael Blumenthal, Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin

2014

Hubert Burda, Verleger 
Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

2013

Berthold Leibinger, Gesellschafter TRUMPF GmbH + Co. KG
Iris Berben, Schauspielerin

2012

Klaus Mangold, Vorsitzender des Aufsichtsrates Rothschild, Frankfurt und Moskau
Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a. D.

2011

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

2010

Jan Philipp Reemtsma, Literaturwissenschaftler
Hubertus Erlen, Wirtschaftsmanager

2009

Franz Fehrenbach und Christof Bosch, beide als Vertreter des Hauses Bosch
Michael Verhoeven, Filmregisseur

2008

Roland Berger, Unternehmensberater
Imre Kertész, Literaturnobelpreisträger

2007

Helmut Kohl, Bundeskanzler a. D.
Fritz Stern, Historiker

2006

Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin
Helmut Panke, Manager

2005

Heinz Berggruen, Kunstsammler und Mäzen
Otto Graf Lambsdorff, Bundesminister a. D.

2004

Michael Otto, Unternehmer 
Johannes Rau, Bundespräsident a. D.

2003

Otto Schily, Bundesinnenminister a. D.
Friede Springer, Verlegerin

2002

Berthold Beitz, ehemaliger Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Heinrich von Pierer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Siemens AG

Über die Form der Preisskulptur: Paul Schatz und das Oloid

Die Preisskulptur dieser Auszeichnung ist ein Oloid: jene einzigartige geometrische Form, die der Mathematiker, Erfinder und Künstler Paul Schatz (1898–1979) aus der Bewegung des von ihm entdeckten umstülpbaren Würfels ableitete. Während der Umstülpung bleibt die Würfeldiagonale konstant lang und die von ihr überstrichene Fläche bildet die Oberfläche des Oloids. Das macht sichtbar, wie aus einem scheinbar starren Körper Bewegung, Wandel und Entwicklung entstehen.

Schatz’ Entdeckung verbindet Geometrie, Kunst und Naturwissenschaft auf außergewöhnliche Weise. Das Oloid steht damit für Kreativität, Erkenntnis und den Mut, Gewohntes neu zu denken. Dass diese Form im Jüdischen Museum Berlin an die Träger*innen des Preises für Verständigung und Toleranz verliehen wird, besitzt besondere Symbolkraft: Nur wenige Schritte entfernt wurde Paul Schatz 1931 das Patent für sein Räumliches Bewegungssystem erteilt.

Paul Schatz wuchs in Konstanz am Bodensee in einem jüdisch-bürgerlichem Elternhaus auf. Sein Vater, Samuel Schatz, war Mitglied im Konstanzer Stadtrat, in der jüdischen Gemeinde aktiv und besaß eine Maschinenfabrik. Auf seinen Wunsch hin studierte Paul Schatz zunächst Maschinenbau und Mathematik in München. Später studierte er in Hannover noch Astronomie und Philosophie. Nach eigenen Aussagen verdankte er wesentliche Impulse für seine Erfindungen dem Studium der Anthroposophie Rudolf Steiners. 1927 zog Schatz mit seiner späteren Frau Emmy Witt in die Schweiz. Wenige Jahre später wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung aus Deutschland ausgebürgert.

„Wenn Sie den Status quo ablehnen und sich für den Aufbau einer besseren, toleranteren Welt einsetzen, [...] können Sie die Welt verbessern – hin zu einer besseren Zukunft.“
  (Daniel Libeskind, Preisträgerrede 2021) 
 
Rosa-blühende Bäume im Garten des Museums.

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Kontakt

Johanna Brandt
Geschäftsführerin der FREUNDE DES JMB
T +49 (0)30 259 93 553
j.brandt@jmberlin.de