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Material und Werke
des Bildhauers Kurt Kroner


Porträt Kurt Kroner, Berlin 1920
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Marion und Dodo Kroner

Eine Erwerbung für die Kunstsammlung des Jüdischen Museums Berlin bilden die Werke des Berliner Bildhauers Kurt Kroner (1885-1929) und das dokumentarische Material seiner Familie.
Kroner stammte aus einer schlesischen Rabbiner- und Arztfamilie. 1909, kurz vor der Geburt ihres Sohnes Thomas, konvertierten Kurt und Ella Kroner zum Christentum. Doch bekannten sie sich später zu einer alle Konfessionsgrenzen überschreitenden »Menschheitsreligion«. Die Kinder, Thomas und Dodo, konnten sich vor der nationalsozialistischen Verfolgung ins Ausland retten. Ihre Mutter, die Malerin Ella Behrendt (1885-1942), blieb in Berlin und wurde 1942 nach Auschwitz deportiert.

Kurt Kroner studierte Medizin, bevor er, angeregt durch August Rodin und gefördert durch Adolf Hildebrand, zur Bildhauerei fand. Sein Werk war von einer engen Beziehung zur Philosophie bestimmt, sein politisches und künstlerisches Selbstverständnis geprägt von den Ideen der Reformbewegung und des kulturellen Aufbruchs nach dem Ersten Weltkrieg. Er war eng befreundet mit Karl Liebknecht, Erich Mühsam und Ernst Toller, die er in Büsten porträtierte, ebenso wie Albert Einstein, Werner Sombart, Ferdinand Tönnies und Gerhart Hauptmann.

Die beiden Kleinbronzen, »Schwebender« und »Der Einsame«, die das Jüdische Museum Berlin als Schenkung der Tochter und der Enkelin des Künstlers (Dodo und Marion Kroner) erhielt, zählen zum Oeuvre expressiver Darstellungen der Ekstase in der gegensätzlichen Gestaltung des Bewussten und Unbewussten.

Weitere Werke von Kurt Kroner sind heute in verschiedenen Museen in Deutschland und Israel zu sehen. Seine Büste Gerhart Hauptmanns steht im Foyer des Deutschen Theaters in Berlin, eine der wenigen erhaltenen lebensgroßen Plastiken des Künstlers schmückt sein Grab auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf.

Objektdaten:
Kurt Kroner
Schwebender
Berlin 1919
Bronze, patiniert
18 cm x 14 cm x  9 cm

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