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Stehlampe


Foto: ganze Ansicht der Stehlampe

Ludwig Yehuda Wolpert: Stehlampe
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Schriftzug auf dem Lampenschirm

Ludwig Yehuda Wolpert: Stehlampe
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Ludwig Yehuda Wolpert: Stehlampe
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Ein Druck auf den Schalter, und der Raum ist erleuchtet. Dieser banale, alltägliche Akt ist ein Echo des dramatischeren Augenblicks der Erschaffung des Lichtes selbst. Die hebräische Bibel beschreibt ihn am Beginn der Schöpfungsgeschichte: »Und Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht.« Licht und Dunkelheit wurden getrennt, der erste Tag brach an.

Diese ersten Worte in hebräischen Buchstaben bilden den Schirm der Stehlampe aus Messing, entworfen von Ludwig Wolpert (1900–1981). Der Künstler, in Deutschland zunächst vom Bauhaus beeinflusst, gilt als einer der wichtigsten Judaica-Produzenten des 20. Jahrhunderts. Er übertrug Elemente modernen Designs auf jüdische Zeremonial-Objekte und brach dabei mit der traditionellen Formensprache. Ornamente verwendete Wolpert kaum, dafür spielt die hebräische Schrift häufig eine wesentliche gestaltende Rolle. Auf dieser Lampe hat die Kombination des biblischen Zitats mit einem funktionalen Gegenstand eine ironische Wirkung – und ruft die ›Helligkeit‹ des täglichen Lebens ins Bewusstsein.

Ludwig Wolpert floh 1933 nach Israel und emigrierte später nach New York, wo er sich weiter der Gestaltung jüdischer Zeremonial-Gegenstände widmete. Bescheiden gab er sein Können an andere Silberschmiede weiter und beeinflusste so eine ganze Generation von Judaica-Künstlern.

Objektdaten:
Ludwig Yehuda Wolpert
Stehlampe
New York, USA, ca. 1970
Messing, Fiberglas, Kunststoff, Klebeband, Metall, geschnitten, montiert
177,8 x 57 cm

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