Jüdische Gegenwart in Deutschland: Wo sind die Jüngeren? Ein Gespräch mit Karen Körber

Farbfotografie von Karen Körber, die mit den Händen gestikuliert

Dr. Karen Körber war die erste Fellow des Jüdischen Museums Berlin. © JMB, Foto: Ernst Fesseler

In den vergangenen Jahren hat die jüdische Gemeinschaft in Deutschland einen tiefgreifenden Wandel erlebt: Die Protagonisten dieses Wandels stehen im Mittelpunkt der Forschungsarbeit von Dr. Karen Körber. Als erste Fellow des Jüdischen Museums Berlin hat sie über zwei Jahre »Lebenswirklichkeiten. Jüdische Gegenwart in Deutschland« erforscht und mir  im Gespräch nun von ihren Erkenntnissen berichtet.

Karen, das Fellowship-Programm des Jüdischen Museums Berlin unterstützt Forschungsvorhaben zur jüdischen Geschichte und Kultur sowie zu Migration und Diversität in Deutschland – Du hast als erste Fellow nun das zweijährige Programm beendet, wie waren Deine Erfahrungen als Pionierin?

Ich fand eine sehr offene Situation vor, in der ich alle Freiheiten genießen konnte. Grundsätzlich ist ein Fellowship eine sehr privilegierte Situation, im Fall des hiesigen Programms bedeutete es auch noch die Anbindung an eine gut aufgestellte Institution mit renommiertem Namen.

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Veröffentlicht von am 20. Juni 2013 0 Kommentare

Sind das die jüdischen Rebellen von morgen?

Haus mit Baum und Wiese

Alpines Jugendhotel

Was ist das Neueste vom Neuen in der jüdischen Jugendszene? Um das herauszufinden, fuhr ich in ein entlegenes Alpendorf zu einem Machane, einem Sommercamp, wo sich unter achtzehnjährige jüdische Jugendliche aus Europa trafen. In der Erwartung, dort jüdische Ideen, Themen, Trends und das Mem der Zukunft auskundschaften zu können, hielt ich Augen und Ohren offen für interessante Modeerscheinungen, coole Musik, neue Medien, Spiele, Slang und Speisen.

Auslöser meiner Suche war der Gedanke an die vielen Neuerungen, die von der gegenwärtigen Generation herbeigeführt wurden. So haben Abweichler ihren traditionellen Tallit (Gebetsmantel) durch eine bunte Variante mit Lilien und Regenbogen ersetzt. Andere haben Trip-Hop-Versionen von jüdischen Liedern produziert, einen Matza Rap und Parodien auf Geschichten aus dem Alten Testament auf YouTube hochgeladen.  weiterlesen