Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung

Wand voller rosa Notizzettel

Fragemauer, Ausstellung »Die ganze Wahrheit« © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Thomas Valentin Harb

Vor über einem Jahr endete am Jüdischen Museum die Sonderausstellung mit dem Titel »Die ganze Wahrheit…was Sie schon immer über Juden wissen wollten«. Übrig blieben – neben regen Diskussionen und leeren Schaukästen – Tausende pinkfarbener Post-its. Besucher hatten ihre Fragen, Kommentare und Eindrücke nach dem Ausstellungsbesuch an eine Betonwand geklebt und dem Museum hinterlassen. Entstanden war eine Art analoges Facebook, das über die Ausstellungsinhalte hinausging. Besucher kommentierten sich gegenseitig und warfen neue Fragen auf: zur Geschichte der Juden in Deutschland, zum Nahostkonflikt, zum Verhältnis von Christentum und Judentum und immer wieder zum Thema Beschneidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Jüdische Museum Berlin schon beschlossen, dem brisanten Thema nicht nur einen weiteren Blogbeitrag in der Serie »Frage des Monats«, sondern eine ganze Ausstellung zu widmen.
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Abschied.

Gedichte von jungen Lyrikerinnen und Lyrikern aus dem Lyrix-Wettbewerb

verzierter Ausschnitt aus einer Ketubba

Ketubba (Hochzeitsvertrag), Rom 1763
© Braginsky Collection, Foto: Ardon Bar-Hama

Während der Führungen durch unsere Sonderausstellung „Die Erschaffung der Welt“ haben wir uns mit Besuchern über unterschiedliche Vorstellungen von Partnerschaft und Ehe unterhalten. Die ausgestellten Ketubbot (jüdische Eheverträge) waren ein Anlass, um über die Stellung der Ehe in unterschiedlichen Kulturen und Religionen früher und heute zu diskutieren. Wie nahm oder nimmt eine Ehe ihren Anfang? Mit dem Arrangement der Eltern? Mit Schmetterlingen im Bauch? Zum Zwecke einer Aufenthaltsgenehmigung? Hände Halten -oder noch stärker die verniedlichende Form des Händchen Haltens – assoziieren wir mit einem Gefühl von Verliebtheit,  weiterlesen


Ernster Spaß.

Gedichte von jungen Lyrikerinnen und Lyrikern aus dem Lyrix-Wettbewerb

Teilnehmerinnen des Workshops beim Verfassen eines Gedichts © Deutschlandradio, Foto: Anna-Lisa Deichert

Teilnehmerinnen des Workshops beim Verfassen eines Gedichts © Deutschlandradio, Foto: Anna-Lisa Deichert

In einer Schreibwerkstatt am Jüdischen Museum Berlin haben am 13. Juni Schülerinnen und Schüler lebhaft darüber diskutiert, was Partnerschaft bedeuten kann. Die Autorin Daniela Seel legte ihnen dazu  Gedichte von Ernst Jandl und seiner Lebensgefährtin Friederike Mayröcker vor und fragte: Ist es auch die Beziehung zwischen Otto und Mops? Was sagen Mayröckers Kosenamen über ihre Beziehung zu Jandl aus? Haben wir nur Kosenamen für Menschen, die wir lieben, oder auch für andere Partner?  weiterlesen