»Ich glaub‘ nie mehr an eine Frau« – der Ton zum Film

Es gibt Filme, die in Archiven schlummern und auf ihre Entdeckung warten. Es gibt aber auch Filme, die es nicht mehr gibt, und die dann wieder auftauchen: als Filmton.

Verpackungen von Schallplatten

Fundsituation der Schelllackplatten © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Regina Wellen

Anlässlich des Umzugs unserer Bestände in ein anderes Depot sichtete unsere Kollegin Regina Wellen aus der Restaurierungsabteilung unsere Sammlung an Schellackplatten, um ein neues Lagerungskonzept zu erstellen. Dabei stieß sie auf elf noch nicht inventarisierte Platten, die viel größer als die anderen waren und deren Label auf eine andere Verwendung als das häusliche Grammophon schließen ließ. Zu unserem Glück konnte Regina sie schnell als Filmgeleitplatten identifizieren, die während den Filmvorführungen in den Kinosälen mit Hilfe des eingezeichneten Startsignals einen synchronen Ton zum Bild liefern sollten. Die von eins bis zwanzig durchnummerierten Kästchen auf dem Label konnten nach jeder Filmvorführung angekreuzt werden, um abgenutzte Platten rechtzeitig auszutauschen. Nachdem Regina diese Platten trocken gereinigt und eine Verpackung angefertigt hatte, nahm sie  weiterlesen


Ein Filmstill im Briefkasten

Daphna Westermans bewegte Postkarten

Schwarz-weiß Fotografie einer Postkarte mit Abbildung eines Innenabteils einer Straßenbahn

Eine von Daphna Westermans Postkarten. Vorderseite. © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Lisa Albrecht

Haben Sie selbst auch solch eine Postkarte in Ihrem Briefkasten gefunden? Oder sogar das ganze Roadmovie von Daphna Westerman aus unserem Kunstautomaten gezogen? Der Automat ist inzwischen restlos ausverkauft, aber der Film von Daphna läuft noch weiter. Spulen wir einfach ein bisschen zurück…
Bevor die Arbeiten der israelischen Künstlerin in unseren Kunstautomaten gelangten, bekam ich erst einmal Post. Außer meiner Adresse und dem Titel »U-Bahn Berlin. From In and between the cities, 2011. A Film by Daphna Westerman« stand auf der Karte nichts. Einige Tage später erhielt ich erneut Post. Zeit für ein Telefonat mit Daphna.  weiterlesen


»Kiddusch-Asyl«

Als ich zum ersten Mal hörte, dass die Jüdische Gemeinde Pinneberg einem Muslim »Kirchenasyl« gewährt, musste ich schmunzeln: Der entsprechende Artikel im Online Magazin »Migazin« setzte das Wort »Kirchenasyl« in Anführungszeichen, verwendete ein Bild von der Kuppel der Synagoge in der Oranienburger Straße und die enge Koppelung der drei monotheistischen Religionen wirkte etwas gewollt.

Nun aber erhielt ich über einen Freund den Hinweis auf den kurzen Film »Kiddusch-Asyl«, der das Engagement der Pinneberger Gemeinde für den Mann aus dem Sudan thematisiert.

Ich wunderte mich zunächst, warum es nicht Synagogen-Asyl heißt. Der Kiddusch ist ein Segen, der über einen Becher Wein zu Beginn eines Feiertags gesprochen wird, um diesen zu heiligen. Beim Kirchenasyl, erfahre ich aus dem Film, geht es eigentlich um einen sakralen Raum, in dem bedrohten Menschen Schutz gewährt wird. Über einen solchen Raum verfügt auch die Jüdische Gemeinde in Pinneberg. Es stimmt zuversichtlich zu hören, wie der Vorsitzende im Film erklärt, warum sie diesen Raum dafür nutzen, einen Menschen – wenigstens zeitweise – vor Verfolgung zu schützen.

Rosa Fava, Leiterin des Projekts »Vielfalt in Schulen«

 

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