Veröffentlicht von am 20. Juni 2016 0 Kommentare

Hannah Arendt – eine scharfdenkende Beobachterin ihrer Epoche neu gelesen

Titelblatt des Sonderhefts zu Hannah Arendt vom philosophie Magazin»Da ist irgendetwas passiert, mit dem wir alle nicht mehr fertig werden«, sagte Hannah Arendt über Auschwitz und die Folgen in einem legendären Fernsehinterview mit Günter Gaus. Ein zweiminütiger Ausschnitt aus diesem Interview bildet den Auftakt der Filminstallation zum Auschwitz-Prozess in unserer Dauerausstellung (vgl. den Blogtext zur Neueröffnung dieses Ausstellungskapitels im Sommer 2013). In einer Ausstellung mit Fotografien von Fred Stein (2013/2014) haben wir unter anderem seine berühmten Porträts der politischen Theoretikerin gezeigt, die wir auch hier im Blog vorstellten (ein weiteres finden Sie auf der Ausstellungswebsite).

Hannah Arendt beeinflusst auch zeitgenössische Künstler*innen: Alex Martinis Roe forderte in ihrem Werk für unseren Kunstautomaten mit dem Titel »Brief an die Deutsche Post«, dass die Briefmarke mit der Abbildung Hannah Arendts neu aufgelegt werde (vgl. unser Interview mit der Künstlerin hier im Blog). Im Dezember letzten Jahres fand bei uns im Museum zudem ein Symposium statt, das ausgehend von Hannah Arendt die aktuelle Bedeutung von Pluralität für Theorie und Praxis auslotete (vgl. die Vortragsthemen in unserem Veranstaltungskalender).

Nun hat das Philosophie Magazin der Ausnahmedenkerin unter dem Titel Hannah Arendt. Die Freiheit des Denkens ein Sonderheft gewidmet, das seit dem 16. Juni 2016 erhältlich ist.  weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte, Literatur, Politik
Verschlagwortet mit , , ,


»Spannend, ernst, leidenschaftlich und kontrovers«

Ein Interview mit Barbara Rösch über »Lesenswerte Bücher zu Nationalsozialismus und Holocaust«

Vier Frauen sitzen um einen Tisch, auf dem mehrere Bücher liegen

Die Lesegruppe in einer Diskussion © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Christine Marth

Seit kurzem gibt es auf unserer Website ein PDF zum Download, das »Lesenswerte Bücher zu Nationalsozialismus und Holocaust« empfiehlt. Zusammengestellt wurde diese Liste von Kolleg*innen aus dem Museum, die über mehrere Jahre hinweg Bücher gelesen, sich ausgetauscht und schließlich auf diese Auswahl geeinigt haben. Ich habe mich darüber mit Dr. Barbara Rösch aus der Bildungsabteilung unterhalten. Sie war Teil der Lesegruppe und hat zudem einige Zeit an den Universitäten Potsdam und Leipzig in der Ausbildung von Grundschulpädagog*innen gearbeitet. Neben ihrer Museumsarbeit schreibt sie zurzeit an einem Buch über Alltagsrassismus in der Grundschule.

Liebe Barbara, auf dem Markt gibt es unzählige Kinder- und Jugendbücher, die Nationalsozialismus und Holocaust thematisieren. Wie habt ihr daraus eine Auswahl getroffen?

Unsere Arbeit orientiert sich vorwiegend an den Bedürfnissen von Lehrkräften, die von uns regelmäßig Buchempfehlungen wünschen, fast schon erwarten. Daher nahmen wir uns sogenannte »Klassiker« vor, die in deutschen Klassenzimmern gelesen werden, aber auch Neuerscheinungen, Bücher aus nicht-deutscher Perspektive und Bücher, die bislang übersehene Themen berühren, wie die Hachschara-Bewegung.  weiterlesen


Schmuggelware in der Vitrine

Eine lange Vitrine mit vielen Büchern und Zeitschriften, Coverbildern und Begleittexten

Ansicht der Kabinettausstellung »Im fremden Land. Publikationen aus den Lagern für Displaced Persons« im Untergeschoss des Libeskind-Baus.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

In unserer Kabinettausstellung »Im fremden Land« geben wir Einblick in die Publikationstätigkeit jüdischer Überlebender und Flüchtlinge nach 1945, die als sogenannte Displaced Persons (DPs) im besetzten Deutschland gestrandet waren. Für unsere Schau haben wir Bücher unterschiedlichsten Inhalts ausgewählt: Lehrbücher, Judaica, Gedicht- und Prosabände, aber auch historische Dokumentationen oder zionistische Zeitschriften.

Zwei Dinge haben sie jedoch gemeinsam: Erstens ist die Papierqualität dieser Nachkriegsdrucke denkbar schlecht. Zweitens stammen sie alle aus der Staatsbibliothek zu Berlin, die mit ihrer historisch wertvollen Sammlung von DP-Literatur für diese Ausstellung zu Gast im Jüdischen Museum Berlin ist.

Wenn da nicht eine kleine Ausnahme wäre.  weiterlesen