Die Langeweile des friedlichen Zusammenlebens – ein Interview mit Ármin Langer

Porträt von Ármin Langer

Ármin Langer; Foto: Kat Kaufmann

In der Reihe »Neue deutsche Geschichten« stellen wir am 19. Oktober 2016 das Buch »Ein Jude in Neukölln. Mein Weg zum Miteinander der Religionen« von Ármin Langer vor. Der Buchautor, der an diesem Abend bei uns zu Gast ist, wird über seinen Alltag als jüdischer Aktivist sprechen sowie über seine Erfahrungen als Koordinator der Berliner Salaam-Schalom Initiative berichten, die ein friedliches Miteinander von Jüd*innen und Muslim*innen vorlebt.

Wir haben Ármin Langer drei Fragen gestellt:

Alina Gromova: Ármin, Du hast Dich im Alter von 21 Jahren dafür entschieden, Rabbiner zu werden, obwohl Du aus einer säkularen Familie stammst. Was hat Dich damals zu dieser Entscheidung bewogen?

Ármin Langer: Ich war schon als Kind offen für Religiosität, allerdings hatte dieses Gefühl bis zu meinem 20. Lebensalter keinen Rahmen.  weiterlesen


»If I were a rich mouse …«

– Micky, Minnie und das Chanukkageld

Der im Text beschriebene Chanukka-Leuchter auf einem Tisch mit Geschenken, Lampe und Dreidel

Mäuse, die Mäuse machen
Foto: CC-BY Michal Friedlander

Seit fast 20 Jahren verwende ich denselben Chanukka-Leuchter. Ich finde ihn ästhetisch fragwürdig und äußerst unpraktisch: Er ist schwer zu reinigen, und die Kerzen halten nicht. Und doch verwende ich ihn immer weiter, denn er bringt mich zum Nachdenken. Wenn ich diesen mit Figuren geschmückten Leuchter auf die Fensterbank stelle, um der Öffentlichkeit »das Lichtwunder zu Chanukka zu verkünden«, kommen mir immer wieder dieselben drei Fragen in den Sinn: Wer hat diesen Leuchter entworfen? Was haben die sich dabei gedacht? Und: Sind Micky und Minnie Maus eigentlich jüdisch?  weiterlesen

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Mensch oder Macht?

Eindrücke von der Ausstellung »Gehorsam« aus muslimischer und christlicher Sicht

Eine Frau mit kurzen Haaren steht links im Hintergrund, im Vordergrund eine Frau mit blauem Kopftuch, die in ein Mikrofon spricht

Silke Radosh-Hinder und Emine Erol im »Golden Room« © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Svea Pietschmann

Während der Langen Nacht der Museen konnten unsere Besucherinnen und Besucher die aktuelle Sonderausstellung »Gehorsam. Eine Installation in 15 Räumen von Saskia Boddeke & Peter Greenaway« auf besondere Art und Weise neu entdecken. Die Imamin Emine Erol und die Pfarrerin Silke Radosh-Hinder boten gemeinsame Führungen an. Wir haben die beiden gefragt, welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben und ob ihnen die gemeinsamen Führungen neue Erkenntnisse und Perspektiven auf die biblische Geschichte eröffnet hat.

Frau Erol, Frau Radosh-Hinder, wie würden Sie die Ausstellung mit eigenen Worten beschreiben?

Silke Radosh-Hinder: Für mich ist die Ausstellung vor allem ein multiperspektivischer Näherungsparcours an die Erzählung  der Bindung Isaaks.

Emine Erol: Im Zentrum der Ausstellung »Gehorsam« steht die seelische Verfassung von Ismael/Isaak und seinem Vater Abraham. Über das menschliche Fühlen und Denken sollen auch die Besucherinnen und Besucher am Schluss begreifen, dass solche Hingabe gefährlich und fast tödlich erscheint und was dahinter steckt.  weiterlesen