»Remember, remember …« – ein Tag im November

Der 9. November war in England, wo ich aufwuchs, kein nationaler Gedenktag. Für uns galt:

»Gedenke, gedenke des 5. November, Pulver, Verschwörung, Verrat …«

Kupferstich einer Gruppe von Männern in einer Unterhaltung

Die Pulververschwörung, Kupferstich ca.1605-06

Der 5. November war das Datum, an dem Guy Fawkes, ein katholischer Renegat, spektakulär beim Versuch gescheitert war, das Parlament in London mit Schießpulver in die Luft zu sprengen. Seit über 400 Jahren hatte er seinen festen Platz im kulturellen Gedächtnis.
Bei uns zu Hause jedoch blieb auch der 9. November nie unerwähnt. Er wurde immer mit Schaudern auf Deutsch kommentiert: »Kristallnacht.« Ein Ausdruck, für den es auf Englisch keine Entsprechung gibt.

Als ich 2001 nach Deutschland zog, stellte ich staunend fest, dass zum 9. November die organisierten Pogrome gegen Juden im Jahr 1938 tatsächlich ein Thema in den Medien und Gegenstand von Gedenkveranstaltungen waren.  weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte, Politik
Verschlagwortet mit , , , , , , , , ,


Abschied.

Gedichte von jungen Lyrikerinnen und Lyrikern aus dem Lyrix-Wettbewerb

verzierter Ausschnitt aus einer Ketubba

Ketubba (Hochzeitsvertrag), Rom 1763
© Braginsky Collection, Foto: Ardon Bar-Hama

Während der Führungen durch unsere Sonderausstellung „Die Erschaffung der Welt“ haben wir uns mit Besuchern über unterschiedliche Vorstellungen von Partnerschaft und Ehe unterhalten. Die ausgestellten Ketubbot (jüdische Eheverträge) waren ein Anlass, um über die Stellung der Ehe in unterschiedlichen Kulturen und Religionen früher und heute zu diskutieren. Wie nahm oder nimmt eine Ehe ihren Anfang? Mit dem Arrangement der Eltern? Mit Schmetterlingen im Bauch? Zum Zwecke einer Aufenthaltsgenehmigung? Hände Halten -oder noch stärker die verniedlichende Form des Händchen Haltens – assoziieren wir mit einem Gefühl von Verliebtheit,  weiterlesen


Ernster Spaß.

Gedichte von jungen Lyrikerinnen und Lyrikern aus dem Lyrix-Wettbewerb

Teilnehmerinnen des Workshops beim Verfassen eines Gedichts © Deutschlandradio, Foto: Anna-Lisa Deichert

Teilnehmerinnen des Workshops beim Verfassen eines Gedichts © Deutschlandradio, Foto: Anna-Lisa Deichert

In einer Schreibwerkstatt am Jüdischen Museum Berlin haben am 13. Juni Schülerinnen und Schüler lebhaft darüber diskutiert, was Partnerschaft bedeuten kann. Die Autorin Daniela Seel legte ihnen dazu  Gedichte von Ernst Jandl und seiner Lebensgefährtin Friederike Mayröcker vor und fragte: Ist es auch die Beziehung zwischen Otto und Mops? Was sagen Mayröckers Kosenamen über ihre Beziehung zu Jandl aus? Haben wir nur Kosenamen für Menschen, die wir lieben, oder auch für andere Partner?  weiterlesen