Veröffentlicht von am 4. September 2013 0 Kommentare

Wie verbringst Du die Hohen Feiertage dieses Jahr?

Ein Apfel, eine Mango, eine Sternfrucht, eine Feige und ein Stück Zitrone

Apfel, Mango, Feige, Sternfrucht, Zitrone

Diese Frage haben wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jüdischen Museums Berlin gestellt. Manche Antworten fielen kurz aus, wie z.B. die Antwort einer Kollegin, die »meistens gar nichts« macht »(außer vielleicht ein paar Stücke Apfel in Honig tauchen…)«. Andere hatten eher einen indirekten Charakter, wie etwa eine Abwesenheitsnotiz, die mit »Herzliche Grüße und shana tova« schloss. Hier einige weitere Antworten:

»In diesem Jahr werde ich zu Rosch ha-Schana wie immer zu meiner Oma gehen. Mit einem Unterschied: Ich hoffe, dass sie dieses Mal meinem Rat folgt und die Gefilte Fisch vor dem Servieren aufzuwärmen vergisst, weil sie kalt viel besser schmecken.«
Alina Gromova, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fellowship-Programms und Guide

Gestapelte Honiggläser

Honiggläser, Quelle: Pixabay, CC0-Lizenz

»Wie jedes Jahr begehen wir den Vorabend von Rosch ha-Schana mit Freunden bei einem Abendessen, das durch allerlei Segensprüche geheiligt wird. Wir ertränken Äpfel in Honig und kaufen seltsame Früchte, deren Verzehr uns Rätsel aufgibt. Mit Neuem begehen wir kulinarisch das neue Jahr, das mündet nicht selten in einem biologischen Intelligenztest. Danach gibt es leider keine Krepplach, weil sie niemand mehr zubereiten kann, und ›Gefilte Fisch‹ bestenfalls aus dem Glas. Seine Herstellung würde Tage in Anspruch nehmen, nicht zu reden von dem Gestank, der beim Kochen des Fisches entsteht, der sich im ganzen Haus verteilt und nicht nur die unliebsamen Nachbarn vertreibt. Die restliche Abfolge der Speisen ist unspektakulär. Manche der Dinnergäste gehen an den folgenden zwei Tagen in eine Schul, die entweder nach Kindheitserinnerungen oder nach liturgischem Interesse ausgewählt wird.«
Cilly Kugelmann, Programmdirektorin

»Rosch ha-Schana wird bei uns – wie die meisten jüdischen Feste – nicht groß gefeiert, weil in meiner Familie auf religiöse Erziehung keinen großen Wert gelegt wurde. Dennoch wird nach alter Tradition am Vorabend des Jahreswechsels eine Tafel mit Äpfeln und Honig gedeckt, damit das neue Jahr voller süßer Momente sein wird. Diesen Brauch – und an anderen Feste viele andere Bräuche – pflegen wir als unser jüdisches Erbe.«
Violetta Gershman-Labunski, Personalbereich

Synagogen-Eintrittkarte für die Hohen Feiertage 1936, ausgestellt für Franz Rosenthal

Historische Synagogen-Eintrittkarte für die Hohen Feiertage, ausgestellt für Franz Rosenthal, Schenkung von Henri W. Aram
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Julia Miszczuk

»Die Feiertage werde ich mit Freunden begehen und ich werde in guter eigener Tradition viel tanzen und trinken. Ganz im Tel Aviv-Style.
Ich genieße es außerdem sehr, in die Synagoge zu gehen und gemeinsam in großer Gruppe zu beten. Jeder gibt seinen Teil dazu und so entsteht ein perfektes Gebet. Aber es gibt auch immer die Diskussion um die Jahresplatzkarten. Ich habe nichts gegen Spenden, aber eine Pflichtabgabe (in Form der Jahresplatzkarte), um zu beten, finde ich bedenklich.«
Roland Schmidt, Host

»Rosch ha-Schana werde ich dieses Jahr mit meinem sechsjährigen Sohn verbringen. Er wird jedoch am nächsten Tag zur Schule gehen. An Jom Kippur gehe ich manchmal in die Synagoge, aber nicht zwingend. Ich faste, aber auch hier auf meine Art, denn ich trinke weiterhin Wasser.«
Sarah Hiron, Bildung

»Dieses Jahr werde ich die Hohen Feiertage ungefähr so verbringen: am Abend des 4. September zu Hause mit meiner Familie mit Honigkuchen und dem Film Ushpizin (2004; eigentlich handelt er von Sukkot, aber das ist verwandt). Am 5. September gehe ich in die Synagoge, aber nicht allzu lange. Ausnahmsweise werde ich am zweiten Tag von Rosch ha-Schana eine Handvoll Siebenjährige unterhalten, weil der Feiertag dieses Jahr mit dem Geburtstag meiner Tochter zusammenfällt.«
Naomi Lubrich, Medien

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