Veröffentlicht von am 4. März 2015 0 Kommentare

»Die schlaue Esther« – nichts für Kinder?!

Purim ist ein Familienfest, bei dem sich Kinder verkleiden, mit Ratschen lärmen und traditionelle Hamantaschen naschen. Bei so viel Heiterkeit mutet es ein wenig erstaunlich an, dass dieses Fest  auf einer biblischen Geschichte basiert, die alles andere als fröhlich und jugendfrei ist.

Eine Stoffpuppe sitzt auf einem Thron und schaut eine weibliche Stoffpuppe an, die auf einem Podest steht

Der König Achaschwerosch verliebt sich in Esther © Foto: Shlomit Tulgan

Das Buch Esther, welches an Purim gelesen wird, berichtet von einer spektakulären Rettungsaktion des jüdischen Volks durch das Waisenmädchen Esther in dem von König Achaschwerosch regierten persischen Reich. Der unbekannte Autor verfasste die Geschichte im Stil einer literarischen Dichtung, in deren Handlungsverlauf Gott keine maßgebende Rolle zu spielen scheint. Vielmehr steht die List im Vordergrund, mit der es Esther und ihrem Onkel Mordechai gelingt, den Wesir Haman daran zu hindern, sein geplantes Pogrom gegen die persischen Juden in die Tat umzusetzen.  weiterlesen


Fotos, die Masken herunterreißen – Ein Gespräch mit Ruthe Zuntz

Farbfotografie mit einer lächelnden Frau im Porträt

Ruthe Zuntz im Porträt © Ruthe Zuntz

Nicht einmal drei Monate, nachdem der Kunstautomat in die zweite Runde gegangen ist, sind die 1.400 Objekte auch schon ausverkauft. Mit etwas Glück konnten die Besucherinnen und Besucher etwa ein Bild von Ruthe Zuntz aus dem Automaten ziehen: »PHOTOMAT: Challenging WallMAT« nannte die Fotografin ihre zehn Motive umfassende Reihe auf quadratischen Aluminium-Dibonds, die nun in verschiedenen Haushalten strahlen – so wie Ruthe selbst, die ich vor Kurzem getroffen habe, um mehr über ihre Kunst zu erfahren:

Ruthe, Du bist eigentlich für große, raumgreifende Installationen bekannt. Für den Kunstautomaten hast Du eine Reihe kleiner Fotoabzüge erstellt. Wie passt das zusammen?

Ich fand das Projekt wirklich spannend, weil es zu einem meiner Grundgedanken passt: Kunst kann so viel bewegen und helfen,  weiterlesen


Veröffentlicht von am 4. Juni 2014 0 Kommentare

Wir üben uns im Erzählen

Vorbereitungen auf das pädagogische Programm zur Ausstellung »Die Erschaffung der Welt«

Darstellung eines Vogels, der einen Weinbecher hält

Detail aus einer Megilla (Ester-Rolle), 1750–1800, Elsass.
© Braginsky Collection, Zürich, Foto: Ardon Bar-Hama.

Im pädagogischen Begleitprogramm zu der Wechselausstellung »Die Erschaffung der Welt – Illustrierte Handschriften aus der Braginsky Collection« bieten wir den Workshop »Die Schlange aber war listiger…« an, in dem es um das Erzählen und Tradieren geht. Da die wenigsten Schülerinnen und Schüler, die an dem Workshop teilnehmen, die hebräische Schrift lesen können, wenden wir uns besonders den Illustrationen zu. Neben Darstellungen von David mit der Harfe oder von Adam und Eva, die sich in einigen Handschriften finden, stehen besonders die Illustrationen der Megillot, der Ester-Rollen, im Mittelpunkt dieses Programms. Sechs Megillot sind in der Ausstellung in ganzer Länge ausgerollt zu sehen.
Bevor wir mit den Teilnehmern in die Ausstellung gehen, erzählt ein Guide beispielsweise die Ester-Geschichte. Das Zuhören steht dabei im Vordergrund. Eigene Bilder entstehen vor dem inneren Auge. Danach geht die Gruppe in die Ausstellung und untersucht die Ester-Rollen mit Lupen, so dass sie jetzt ihnen bereits bekannte Szenen der Erzählung entdecken.

Zur Vorbereitung auf diese Workshops haben wir eine Erzähl-Expertin eingeladen. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums trafen Prof. Dr. Kristin Wardetzky, die das Fachgebiet des Erzähltheaters an der Theaterpädagogik der Universität der Künste ins Leben gerufen hat und erste Vorsitzende des Vereins Erzählkunst e.V. ist, um sich unter ihrer Anleitung im Erzählen zu üben:  weiterlesen