Jüdisches Museum Berlin startet bundesweite Bildungskampagne „Jüdisch in Kiez und Kaff“
Pressemitteilung vom Mo, 1. Jun 2026
Mit dem Relaunch der Community-Plattform Jewish Places startet das Jüdische Museum Berlin (JMB) eine bundesweite Bildungskampagne, um jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart als festen Bestandteil unserer Gesellschaft zu verorten und sichtbar zu machen. Die vollständig überarbeitete Website www.jewish-places.de lädt Nutzer*innen ein, eigene Inhalte hochzuladen, historische und aktuelle jüdische Orte zu entdecken und Informationen zu ergänzen. Deutschlandweit sind bereits über 15.000 Einträge zu jüdischen Orten auf der Karte recherchierbar.
„Jewish Places zeigt, wie eng jüdische Geschichte mit unseren Städten und Regionen verbunden ist. Viele dieser Geschichten sind kaum bekannt oder geraten aus dem Blick. Gemeinsam mit unseren lokalen Partner*innen machen wir sie erkennbar und laden dazu ein, jüdisches Leben vor Ort neu zu entdecken“, sagt JMB-Direktorin Hetty Berg.
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Stiftung Jüdisches Museum Berlin
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10969 Berlin
Im Zentrum der Bildungskampagne steht die Botschaft: Jüdische Kultur gehört zu Deutschland, in Großstädten ebenso wie „in Kiez und Kaff“. Gemeinsam mit lokalen Partner*innen zeigt das JMB jüdische Geschichte, Gegenwart und Alltagskultur exemplarisch in Dessau, Dresden, Göttingen, Lübeck, Paderborn, Worms und Würzburg.
Jewish Places ist ein digitales Community-Projekt des JMB. Die interaktive Plattform sammelt und vernetzt Informationen zu jüdischen Orten in Deutschland – von religiösen und säkularen Einrichtungen über historische Orte bis hin zu biografischen Spuren jüdischer Persönlichkeiten. Nutzer*innen können Orte entdecken, Inhalte ergänzen und eigenes Material beisteuern.
Mit der Kampagne verbindet das JMB digitale Bildungsarbeit mit lokalen Perspektiven. In den beteiligten Städten erzählen Menschen vor Ort von jüdischer Vergangenheit und Gegenwart, von sichtbaren und verschwundenen Orten sowie von persönlichen Zugängen zu jüdischer Kultur. Begleitet wird die Kampagne von Plakaten im öffentlichen Raum und kurzen Videoformaten. Die entstandenen Gespräche und Stadtporträts erscheinen im Laufe des Julis als Miniserie auf den Social-Media-Kanälen des JMB.
In Würzburg zeigt Riccardo Altieri, Bezirksheimatpfleger von Unterfranken und Historiker, wie sich jüdische Kultur zwischen Bruch und Kontinuität durch die Stadt zieht. In Göttingen besucht das JMB gemeinsam mit der Rabbinerin und Influencerin Helene Braun jüdische Orte der Stadt. In Worms führt David Rosenberg, Gründer der Jüdischen Studierendenvereinigung Rheinland-Pfalz und Saarland, durch das historische jüdische Worms. Aron Russ, Sprecher der Jüdischen Gemeinde Dessau, und Dr. Werner Möller, Kunsthistoriker und Leiter des Reallabors ZEKIWA Zeitz, zeigen jüdische Gegenwart und Geschichte in Dessau. In Dresden berichtet Carsten Löwe, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbands, über den Brand der Dresdner Synagoge 1938, die Rolle der Feuerwehr und die außergewöhnliche Rettung des Davidsterns der Synagoge.
Die Bildungskampagne ist Teil der Aktivitäten zum 25. Jubiläum des JMB. Ziel ist es, jüdisches Leben als selbstverständlichen Teil deutscher Stadt- und Alltagsgeschichte aufzuzeigen und Menschen zur Beteiligung an Jewish Places einzuladen.
Das JMB dankt der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für die initiale Förderung der deutschlandweiten Bildungsinitiative, die die Realisierung dieses wichtigen Projekts erst ermöglicht hat. Dank gilt außerdem der Evonik Stiftung, die die technische und inhaltliche Weiterentwicklung sowie den Relaunch von www.jewish-places.de maßgeblich ermöglicht hat. Außerdem gilt unser Dank den FREUNDEN DES JMB, die die Umsetzung der filmischen Arbeiten unterstützt haben.