Neue Online-Plattform »Jewish Places« geht an den Start

Erste interaktive Karte zu jüdischem Leben in Deutschland – Pressemitteilung vom 12. September 2018

Pressemitteilung vom12. September 2018

Zum Neujahrsempfang Rosch ha-Schana im Jüdischen Museum Berlin am 13. September 2018 startet auch die neue partizipative Online-Plattform Jewish Places. In den vergangenen drei Jahren wurden vom Jüdischen Museum Berlin in Zusammenarbeit mit bundesweiten Kooperations­partnern mehr als 8.500 aktuelle und historische Daten auf einer interaktiven Karte erfasst und visualisiert. Die Karte wird nach dem Launch mit User-generated content aus unterschiedlichen Communities weiterwachsen.

Ein Projekt zur Förderung von Toleranz

Jewish Places richtet den Blick auf Mikrogeschichte. Diese ist an Orte und Personen in der unmittelbaren Umgebung gebunden. So erkennen Nutzer von Jewish Places, dass jüdisches Leben Teil der eigenen Geschichte ist. »Dieses Wissen fördert Toleranz gegenüber der Vielfältigkeit in der deutschen Gesellschaft«, sagt Léontine Meijer-van Mensch, Programm­direktorin des Jüdischen Museums Berlin. »Die Visualisierung auf einer digitalen Karte sensibilisiert für die gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart im eigenen Umfeld«.

Orte, Einrichtungen, Biografien

Mit Jewish Places ist erstmals eine Website entstanden, die einer breiten Öffentlichkeit umfangreiche Informationen zu jüdischem Leben in Deutschland anhand von Orten, säkularen und religiösen Einrichtungen sowie Personen zugänglich macht. Von Experten erarbeitete Biografien und Spaziergänge helfen Einsteigern, Bezüge zur jüdischen Lokalgeschichte zu finden. Die bisher erfassten Biografien stehen exemplarisch für die wechselvolle Geschichte und das Leben der Juden in Deutschland.

Partizipative Plattform

Mittels Zoom-, Such- und Filterfunktion können User Orte jüdischen Lebens aus fünf Jahrhunderten finden und erkunden. Außerdem können sie selbst Einträge vervollständigen, eigene Inhalte hinzufügen sowie Fotos und Filme hochladen. Diese werden sofort als User-generated content auf der Website veröffentlicht. Jewish Places beruht auf der Idee von »Citizen Science«: Expertenwissen außerhalb von Museen und Bildungs­einrichtungen ergänzt die klassische Museumsarbeit.

Jewish Places richtet sich an eine Vielzahl von Communities. Die Website stellt eine neue Methode der Spurensuche und Wissensgenerierung dar. Anders als das Outreach-Format on.tour - Das Jüdische Museum Berlin macht Schule richtet sich dieses Tool nicht ausschließlich an Schüler, sondern wird auch Jüdische Gemeinden, Hochschulen und Privatpersonen einbinden.

Netzwerkprojekt

Jewish Places ist ein bundesweites Kooperationsprojekt. Das Jüdische Museum Berlin hat das Eingangsportal gemeinsam mit wissenschaftlichen und kulturellen Bildungseinrichtungen sowie Gedächtnisorganisationen aus Deutschland entwickelt. Gemeinsam verfolgen alle Partner das Ziel, die Komplexität und Diversität jüdischen Lebens in Deutschland gesammelt zugänglich zu machen, um Redundanzen zu vermeiden.

Mit den Partnern Arbeitsgemeinschaft Alemannia Judaica, Bet Tfila – Forschungsstelle, Bundesarchiv, Gunda Trepp, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, Synagogen-Internet-Archiv, Wikimedia Deutschland, Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland an der Universität Heidelberg und Zentralrat der Juden in Deutschland.

Jewish Places dankt seinen Unterstützern Friends of the Jewish Museum Berlin in the U.S., Rothschild Foundation Hanadiv Europe, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), F.C. Flick Stiftung gegen Fremden­feindlichkeit, Rassismus und Intoleranz sowie Sam Gronner & Tamar Kallman (mit Schwerpunkt Ilmenau/Thüringen).

Kontakt und Presseakkreditierung:
Katharina Schmidt-Narischkin
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