Das Leo Baeck Programm

Ein Förderprogramm zur Vermittlung der Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland

Von Januar 2013 bis März 2015 begleitete unsere Bildungsabteilung die Projekte, die im Leo Baeck Programm »Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung« gefördert werden, und beriet sie zu inhaltlichen und methodischen Fragen.

Das Leo Baeck Programm wird von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« (EVZ) organisiert und finanziert. Es ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung EVZ und der Kommission des Leo Baeck Instituts zur Verbreitung der Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland. Das Programm trägt den Namen des liberalen Rabbiners Dr. Leo Baeck, der einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Judentums im 20 Jahrhundert war.

Im Leo Baeck Programm werden schulische und außerschulische Bildungsträger gefördert, die sich die Vermittlung jüdischer Geschichte zum Ziel gesetzt haben. Unterstützt werden Bildungsprojekte mit integrativem Ansatz: Die Geschichte der Jüd*innen in Deutschland ist Teil der deutschen Geschichte. Jüdische Geschichte und jüdisches Leben in Deutschland werden thematisiert, ohne sich ausschließlich auf die Zeit des Nationalsozialismus zu konzentrieren. Dabei geht es auch um jüdisches Leben in Deutschland vor und nach der Schoa.

Unterstützt werden Lehrer*innenfortbildungen, schulische und außerschulische Aktivitäten finanziert. Das können Workshops zur Erkundung lokaler jüdischer Geschichte sein, aber auch Bildungsangebote, in denen Online- und Printprodukte erarbeitet und eingesetzt werden. Pro Jahr wurden etwa 30 Projekte mit jeweils bis zu 6.000 Euro gefördert. Seit der Begründung des Programms 2005 wurden fast 150 Projekte in Deutschland gefördert.

Die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« (EVZ)

Die EVZ wurde im Jahr 2000 gegründet, um Zahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter zu leisten. Diesen Auftrag hat sie bis Ende 2006 erfüllt. In Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischen Unrechts engagiert sich die Stiftung EVZ weiterhin für die Überlebenden und setzt sich für Menschenrechte und Völkerverständigung ein. Für ihre Fördertätigkeit wurde der Stiftung EVZ ein Grundkapital von 358 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Aus den Erträgen fördert sie mit jährlich ca. 7,5 Millionen Euro internationale Projekte in den Bereichen »Auseinandersetzung mit der Geschichte«, »Handeln für Menschenrechte« und »Engagement für Opfer des Nationalsozialismus«.