Langfristige Bildungspartnerschaften

Kooperationsschulen des Jüdischen Museums Berlin

Am 13. März 2015 sind erstmals alle Kooperationsschulen des Jüdischen Museums Berlin in einem Netzwerktreffen zusammen gekommen. Anlass war der Wunsch der Kolleg*innen aus den unterschiedlichen Schulen, im Museum einen Ort für Austausch zu etablieren.

Ausgehend von den Erfahrungen mit den Kooperationsschulen im Projekt Vielfalt in Schulen und den Erfahrungen der Bildungsabteilung des Jüdischen Museums Berlin mit ihren Kooperationsschulen wurde ein Netzwerk gegründet. Dieses Netzwerk trifft sich einmal im Schulhalbjahr. Hierbei gibt es einen inhaltlichen Austausch der Kolleg*innen der Schulen untereinander und den Museumspädagog*innen.

Erstes Netzwerktreffen am 13. März 2015

In diesem ersten Treffen wurde beschlossen, dass das Netzwerk sowohl als Forum für Austausch, als auch für Fortbildung genutzt werden soll. Jedes Netzwerktreffen hat ein Oberthema, welches gemeinsam gestaltet werden soll. Bei dem ersten Netzwerktreffen hat das Museum sein Fortbildungsmodul zu Diversität in der Jugendliteratur vorgestellt. Im Anschluss wurde gemeinsam diskutiert, wie dies im Unterrichtsalltag der Lehrer*innen Anwendung finden kann. André Barth, Lehrer aus der Ernst-Schering- Oberschule, hat die Unterrichtseinheit „Kaddisch für einen Freund“ vorgestellt. Im Anschluss wurde gemeinsam diskutiert und beraten, wie diese Einheit für Schüler*innen aus Sekundarschulen, Gymnasien und Grundschulen (6. Klasse) angewandt werden kann.

Vernetzungstreffen im Projekt Vielfalt in Schulen 2012–2014

Der kollegiale Austausch an konkreten Beispielen ermutigte die Lehrkräfte und die pädagogischen Fachkräfte, auch in schwierigen Alltagssituationen nicht den Blick für die eigenen Ziele zu verlieren. Bei Vielfalt in Schulen übernahm die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung die Gestaltung der jährlichen Vernetzungstreffen der drei Partnerschulen.

Themen, die für die praktische Arbeit besonders relevant waren, wurden weiter vertieft: Beim zweiten Vernetzungstreffen stand zum Beispiel das Thema „Partizipation“ im Zentrum. Die Teilnehmer*innen erarbeiteten verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung und diskutierten, wie diese im Schulalltag realisiert werden könnten. Schwerpunkt des dritten Vernetzungstreffens war das Thema „Lebenswelten von Jugendlichen“.

Vernetzungstreffen

Das erste Vernetzungstreffen am 17. September 2012 bildete den erfolgreichen Auftakt für die zweijährige Vernetzung, die den Austausch zwischen den Schulen und auch zwischen den Schulen und den Kooperationspartner*innen sicherte. Pädagog*innen aus den beteiligten Schulen lernten sich persönlich kennen, stellten ihre Schulen mit den jeweiligen Entwicklungsfragen in Bezug auf den Umgang mit Vielfalt vor und vereinbarten Ziele und Regeln für die weitere Vernetzung.

Aufgrund des kundgetanen Interesses der Pädagog*innen auf dem ersten Vernetzungstreffen sich eingehender mit dem Thema Partizipation auseinander zu setzen wurde dieses gleich Teil des zweiten Treffens. „Vielfalt durch Beteiligung“ war das Querschnittthema zu den Vorhaben und Fragestellungen der Pädagog*innen der drei Schulen und bot auch für die geplante Schüler*innen-Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin eine Diskussionsgrundlage.

So zielte das Vernetzungstreffen darauf ab, verschiedene Facetten einer erfolgreichen Beteiligungskultur in der Schule vorzustellen und für Beteiligung als quer liegendes Schulentwicklungsthema für den Umgang mit Vielfalt zu sensibilisieren. Durch Impulse der Beteiligungsexpertin Yvonne Vockerodt von „kindersicht“ aus Hamburg und moderierte Diskussions- und Arbeitsphasen konnten die PädagogInnen erste Rückschlüsse für die Schulentwicklungsvorhaben an ihren Schulen ziehen.

Beim dritten Vernetzungstreffen am 26. September 2013 standen der Austausch über „Leitplanken für einen guten Umgang mit Vielfalt“ (moderiert durch das Jüdische Museum Berlin) und ein Fachinput zu den Erkenntnissen der Sinus-Studie über die Lebenswelten Jugendlicher (Referentin Juliane Winkler, Sinus-Multiplikatorin in der DKJS) im Zentrum. Mit der Vorstellung der Sinus-Studie ist es gelungen, einen inhaltlichen Bogen vom Thema „Beteiligung“ des zweiten Vernetzungstreffens und zum dritten Fortbildungsmodul (Jugendkulturelle Medien) zu spannen. Beim dritten Vernetzungstreffen trafen die Schulteams konkrete Verabredungen für eine bilaterale Zusammenarbeit: die Hermann-Hesse-Schule stellte Materialien zur Unterrichtsreihe „Ich will so sein, wie ich bin“ zur Verfügung; die B.-Traven-Schule führte zusammen mit den 7. und 8. Jahrgängen der anderen Schulen eine Projektwoche im Jüdischen Museum Berlin zum Thema Vielfalt durch.

Das vierte und letzte Vernetzungstrefen fand am 9. April 2014 statt. Die Lehrer*innen und Pädagog*innen trafen sich zu folgenden Punkten:

  • Rückblick auf das Projekt und Evaluation,
  • Austausch über Leitgedanken zur interkulturellen Öffnung von Schulen (Frühstadium der „Reflexionsfragen“, die als Faltblatt veröffentlicht wurden),
  • Raum für die Planung von Projektaktivitäten und deren Verankerung,
  • Wünsche fü rdie Zukunft.

Am Rande des Vernetzungstreffens wurde dem Wunsch Raum gegeben, sich erstens innerhalb der Schulteams noch mal auszutauschen und zweitens das weitere Vorgehen zu planen. Zum Abschluss äußerten sich die Teilnehmer*innen positiv und wertschätzend über die Vernetzungstreffen, die Raum boten, sich dem Thema „wieder“ zu nähern, neue Aktivitäten zu planen, sich auszutauschen und vor allem Zeit für all die Dinge zu haben, die im Schulalltag oft untergehen. Diese Aussagen und der offen geäußerte Wunsch zur Fortsetzung solcher Treffen führten dazu, dass das Jüdische Museum Berlin im Rahmen der neuen Kooperationsvereinbarungen einen ähnlichen Raum, eine ähnliche Struktur schaffen will.

Regionale Vernetzung im Bezirk

Die Partnerschulen vernetzten sich über die internen Vernetzungstreffen auch mit interessierten Schulen und Kooperationspartnern in ihren Bezirken. Die im Programm geförderten Schulen gaben ihre Erfahrungen an benachbarte Schulen weiter. Dazu wurden im Sommer 2014 kleine Fachtage organisiert, bei denen einige Ergebnisse und vor allem die Erfahrungen aus dem Programm und dem Diskurs zu einem guten Umgang mit Vielfalt vorgestellt und diskutiert wurden. So wollten die Partnerschulen einen Beitrag dazu leisten, dass weitere Schulen im Bezirk den Umgang mit der Vielfalt ihrer Schüler*innen zum Thema für Austausch und Verbesserungen machen. Gemeinsam sprachen viele Personen über die Facetten des Themas an ihren Schulen und in ihrer Umgebung, Ideen sowie Einrichtungen vernetzten sich.

Partnerschulen: Partnerschulen von Vielfalt in Schulen (3)

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