Die Krise der liberalen Demokratie – wer rettet uns vor Carl Schmitt?
Eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe Paradoxien der Demokratie
Dem Befund einer Krise der liberalen Demokratien wird kaum mehr widersprochen. Warum scheitern Demokratien – setzen sie sich selbst außer Kraft und führt dies notwendigerweise in den Faschismus?
Das Panel beleuchtet ideengeschichtliche Kontinuitäten des Anti-Liberalismus und der Verfassungsfeindlichkeit, insbesondere das Nachwirken des Staatsrechtlers Carl Schmitt. Für seine „politische Theologie“ und nationalsozialistische Rechtslehre war das Denken in Freund-Feind-Schemata ebenso zentral wie Vorstellungen von Endzeit und Ausnahmezustand. Politisch wirkmächtig sind diese Ideen derzeit am offensichtlichsten in den Vereinigten Staaten, wo sie durch Rechtslibertäre wie J.D. Vance oder den Tech-Milliardär Peter Thiel Einzug in das Regierungshandeln gefunden haben.
Do, 5. März 2026, 19 Uhr
Wo
W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin (gegenüber dem Museum)
Unsere Gäste diskutieren, wie sich dieser Einfluss auch in den illiberalen Demokratien Europas sowie den zunehmend autoritären Politiken hierzulande zeigt. Einen historischen Gegenentwurf zu Schmitt lieferte vor einem Jahrhundert der Jurist Hans Kelsen, der als Begründer des modernen Verfassungsrechts gilt. Er beschäftigte sich auch aus jüdischer Perspektive mit den „Paradoxien der Demokratie“ – daher unser Reihentitel.
Es diskutieren:
- Raphael Gross; Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum Berlin, Autor des Buchs Carl Schmitt und die Juden. Eine deutsche Rechtslehre
- Anna-Bettina Kaiser; Verfassungsrechtlerin Humboldt-Universität zu Berlin, Autorin der Monografie Ausnahmeverfassungsrecht
- Jan-Werner Müller; Politikwissenschaftler Princeton University, Autor von Ein gefährlicher Geist. Carl Schmitts Wirkung in Europa sowie Furcht und Freiheit. Für einen anderen Liberalismus
Moderation: Mariam Lau (DIE ZEIT)