Kunst to go: Der Kunstautomat in der fünften Runde

Jüdische Künstlerinnen entwerfen limitierte Kleinserien für das Jüdische Museum Berlin – Pressemitteilung

Pressemitteilung vom11. Juli 2017

Am Dienstag den 11. Juli wurden die Künstlerinnen und ihre Kunstwerke der fünften Runde des Kunstautomaten in der Dauerausstellung vorgestellt. Für diese vorerst letzte Runde haben sie insgesamt 3.500 kleinformatige Unikate entworfen. Maren Krüger, Leiterin der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin, stellte die Besonderheiten des Projektes heraus: »Die Museen sind beständig, vor allem ihre Dauerausstellungen. Unser Kunstautomat hingegen überrascht uns immer wieder aufs Neue«. Nur noch bis Anfang Dezember 2017 können die Kunstwerke der acht Künstlerinnen in dem Vintage-Warenautomaten für sechs Euro erworben werden. Dann beginnt die Umbauphase der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin.

Kontakt:
Katharina Schmidt-Narischkin
Pressesprecherin
Tel.: 
+49 (0)30 259 93 419
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Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin

Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus
Ort

Libeskind-Bau 1. OG, Dauerausstellung Kunstautomat


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Die Kunstwerke der fünften Runde

Immer wiederkehrende Aspekte und Themen der Objekte im Kunstautomaten sind die jüdische Tradition und Geschichte, die Gegenwart Israels, aber auch ganz allgemeine Fragen von Heimat, Zugehörigkeit und Gemeinschaft – in jeweils sehr individueller und facettenreicher Ausprägung. Passend zum 13. Kultursommer, der unter der Überschrift »Der Sommer der starken Frauen!« steht, sind auch die acht Künstlerinnen dieser Runde Frauen. Sie alle leben in Berlin, sieben von ihnen kommen aus Israel. Für den Kunstautomaten haben sie insgesamt 3.500 kleinformatige Objekte entworfen. Form und Material wählten die Künstlerinnen selbst. Das Spektrum reicht von Puzzleteilen und Betoneis über Souvenirs und Leporellos bis zu Fotografien und Stoffbeuteln:

Unter den handsignierten Originalen befinden sich in dieser Runde die fünf Fotografien der israelischen Künstlerin Shimrit Kalish, deren Serie »fremdes Land« durch ihre Träume inspiriert wurde. Shai Keren hat einen Stoffbeutel für »alte Sachen« gestaltet – eine Anspielung auf den Jiddischen Ausdruck für Trödel, der auf Deutsch genauso lautet. Bei der multidisziplinären Künstlerin Adi Liraz gehört Transformation wesentlich zum künstlerischen Schaffen: Ein selbstverfasstes Gedicht transformiert sie in mehreren Schritten in ein besticktes Stück Stoff. Auch Shira Orion schreibt Gedichte, für den Kunstautomaten aber erzählt sie in Form von Illustrationen im Postkartenformat. Yifah Raz‘ Betoneis am Stiel weckt Erinnerungen an einen heißen Sommertag. 500 Puzzleteile verteilt Maja Gratzfeld mit dem Kunstautomaten in alle Welt. Gibt man den Zahlencode eines jeden Puzzleteils auf ihrer Website ein, ergibt sich Stück für Stück am Ende das Gesamtbild. Alonah Rodeh hat Gesetzestafeln geschaffen, auf denen jeder seine ganz persönlichen Gebote aufstellen kann, und Keren Shalev ein organisch geformtes Objekt, das als Andenken dient.

Die acht Künstlerinnen der fünften Runde
  • Maja Gratzfeld (*1982 in Deutschland)
  • Shimrit Kalish (*1981 in Israel)
  • Shai Keren (*1986 in Israel)
  • Adi Liraz (*1976 in Israel)
  • Shira Orion (*1993 in Israel)
  • Yifah Raz (*1957 in Israel)
  • Alona Rodeh (*1979 in Israel)
  • Keren Shalev (*1982 in Israel)
Vier Jahre Kunstautomat

Seit dem 23. August 2013 bietet das Jüdische Museum Berlin in seiner Dauerausstellung Kunst aus dem Automaten an. »Der Kunstautomat ist ein wunderbares Format, um zeitgenössische Kunst in unsere Dauerausstellung zu integrieren. Jedes Kunstwerk erzählt auf seine eigene Weise von jüdischem Leben«, sagt Gelia Eisert, Kuratorin des Kunstautomaten. Die insgesamt 6.050 Kunstwerke der bisherigen vier Runden verkauften sich innerhalb weniger Monate. In regelmäßigen Abständen wurde der Kunstautomat mit neuen Kunstwerken wechselnder Künstlerinnen und Künstler bestückt. Sie erstellten jeweils ein oder zwei limitierte Kleinserien in einer Auflage von 200 bis 500 Stück für den eigens umgestalteten Vintage-Warenautomaten aus den 1970er Jahren.

Unikate nach dem Zufallsprinzip

Aus den 60 Fächern des Automaten können die Besucher für jeweils sechs Euro ein pink, schwarz oder weiß verpacktes Kunstwerk ziehen und mit nach Hause nehmen. Neben den Unikaten und handsignierten Originalen erhält man auch Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern und ihrer Arbeit. Bewegliche Bildtafeln neben dem Kunstautomaten vermitteln vorab einen visuellen Eindruck der Kunstwerke – welches Unikat sie tatsächlich ziehen, entscheidet der Zufall.

Bildmaterial für die Berichterstattung unter Beachtung des Bildnachweises finden Sie unten auf dieser Seite.

Eine Hand öffnet ein Fach des Kunstautomaten

Kunstautomat mit neuen Werken in der Dauerausstellung; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus
Ort

Libeskind-Bau 1. OG, Dauerausstellung Kunstautomat


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin