Über 20.000 Scans aus der Sammlung jetzt auch online zugänglich
Pressemitteilung vom Do, 26. Mär 2026
Das Jüdische Museum Berlin (JMB) verfolgt das Ziel, seine Archivalien und Sammlungsobjekte allen Interessierten weltweit auch online zugänglich zu machen. Seit 2024 ist es dabei einen großen Schritt vorangekommen: Über 50.000 Digitalisate sind bis zum Jahresbeginn erstellt worden, mehr als 20.000 davon sind bereits online zugänglich. Der digitale Bestand wächst kontinuierlich weiter und wird fortlaufend um neue Objekte sowie die Geschichten, die sie begleiten, ergänzt.
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Insgesamt sind im JMB rund 1.800 Familiennachlässe archiviert, die Einblicke in über 250 Jahre Lebenserfahrung häufig weit verzweigter jüdischer Familien aus Deutschland bis zur Gegenwart gewähren. Für Forscher*innen und Lai*innen auf der ganzen Welt ist es durch die jetzt erreichte Ausweitung des Online-Bestands um mehr als 20.000 Scans viel einfacher und bequemer bzw. überhaupt erst möglich, mit den Sammlungen zu arbeiten, ohne dabei das JMB aufsuchen zu müssen.
In diesem Jahr feiert das JMB sein 25‑jähriges Jubiläum. Hetty Berg, die Direktorin des JMB, hebt die Bedeutung hervor, die den Familiensammlungen seit Beginn für das JMB generell und insbesondere für die Bildungsarbeit zukommt: „Die Familiensammlungen zeigen, welches Vertrauen die Stifter*innen in unser Haus haben, dass wir ihr Erbe bewahren und weitergeben. Die Sammlungen sind nicht nur eine bedeutende Quelle für die Erforschung jüdischer Geschichte und Kultur in Deutschland, sondern bieten mit den persönlichen Geschichten auch zentrale Anknüpfungspunkte für die Vermittlungsarbeit des JMB – etwa bei Führungen, Workshops oder Schulbesuchen von JMB on.tour. Das gilt ebenso für unsere digitale Lernplattform JMB di.kla, die ohne die digitalen Sammlungsobjekte in dieser Form nicht existieren könnte.“
Die Familiensammlungen zeugen vom jüdischen Leben ebenso wie vom Leben in der Gesamtgesellschaft, aber auch von Ausgrenzung, Verfolgung, Exil und Neubeginn. Thematische Schwerpunkte sind das bürgerliche Leben im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, der Erste Weltkrieg, Synagogen, Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte, der jüdische Sport, jüdische Studentenverbindungen, Schulen und andere jüdische Institutionen, Hachschara-Lager zur Vorbereitung auf die Auswanderung, die Emigration, das Leben im Exil, die Verfolgung während der NS-Zeit ebenso wie die Nachkriegszeit mit dem Wiederaufbau und Neubeginn von Gemeinden, dem Leben in den Lagern für Displaced Persons, der Rückkehr Einzelner aus dem Exil und das Leben von Jüdinnen und Juden in beiden Teilen Deutschlands und nach 1989 im wiedervereinten Land.
Je weiter die Digitalisierungsarbeit voranschreitet, desto mehr Quellen werden zugänglich. „Die Digitalisierung unserer Archivalien und Sammlungsobjekte ist einer der Schwerpunkte der Digitalen Transformation am JMB. Dafür sind allerdings in Zukunft weitere Spenden und Drittmittel erforderlich“, sagt Hetty Berg.
Das großzügige Vermächtnis der Familie Adler-Salomon hat es dem JMB ermöglicht, die Grundlagen für die digitale Erschließung seiner Sammlungen zu schaffen, um künftige Generationen zu unterrichten. Dank diesem Nachlass und der Förderpartnerschaft mit der Siemens AG sowie der Zuwendungen der Berthold Leibinger Stiftung und der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde dieser Meilenstein in der Digitalisierung der Sammlung erreicht.
Das Vermächtnis der Familie Adler-Salomon ist in liebevollem Gedenken den Familienmitgliedern gewidmet, die dem Holocaust zum Opfer fielen, und erinnert zugleich an die bis heute spürbaren Folgen für die Überlebenden und ihre nachfolgenden Generationen.
Die Website zur Recherche in den Familiensammlungen finden Sie unter https://www.jmberlin.de/sammlung.
Mehr zum Thema Familiensammlungen finden Sie unter www.jmberlin.de/thema-familiensammlungen.