Im Tandem durch Jerusalem

Das Jüdische Museum Berlin bezieht Position

Two guides during a tour

Bei diesem Projekt wurden Museumsguides mit persönlichem Bezug zu Jerusalem zu Tandem-Guides ausgebildet. In Zweiergruppen führen sie nun durch die Ausstellung Welcome to Jerusalem. Im Dialog eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf die Stadt.

Wie das Projekt entstand

»Wir machen eine Ausstellung zu Jerusalem«, hieß es vor einigen Jahren. Erste Reaktionen reichten von »Klar, wir sind doch ein Jüdisches Museum!« über »Wow, das wird politisch brisant!« bis hin zu der Frage »Welche Perspektive auf Jerusalem nehmen wir ein?«

In Vorbereitung auf die Ausstellung Welcome to Jerusalem setzte sich unsere Bildungsabteilung das Ziel, die komplexe Geschichte der Stadt und ihre religiöse Bedeutung für Besucher*innen erfahrbar zu machen. Die Ausstellung bietet ästhetische, künstlerische, mediale und historische Annäherungen an Jerusalem, und nicht zuletzt beeindruckende Exponate. Politische Perspektiven schwingen mit – wie stark, hängt vom Auge der*des Betrachter*in ab.

In der Ausstellung kommen jüdisch-israelische, palästinensisch-israelische, christliche und muslimische Haltungen zum Ausdruck. Um die unterschiedlichen und sehr vielfältigen Perspektiven auf Jerusalem erfahrbar zu machen, sollten auch persönliche Sichtweisen auf die Stadt vorgestellt werden. Besucher*innen sollten die Möglichkeit bekommen, Menschen kennenzulernen, für die Jerusalem eine persönliche Bedeutung hat. Dr. Diana Dressel, Leiterin der Bildungsabteilung, sagt dazu »Am liebsten wollten wir mehrere Perspektiven, um die Ausstellung zu ergänzen, mindestens aber zwei: zwei Personen mit ihren eigenen Beziehungen zu dieser komplexen, vieldiskutierten und diversen Stadt.«

Zwei Guides und Besucher bei einer Führung

Zwei Guides bei einer Tandem-Führung; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Erik Schiemann

Weiterbildung zur*zum Tandemguide

Gemeinsam mit Frau Prof. Susan Kamel und dem Fachbereich Museumsmanagement und -kommunikation der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie den Trainern Shemi Shabat und Mohammed Ibrahim bot das Jüdische Museum Berlin die Weiterbildung zur*zum Museumsguide an. Die Ausschreibung richtete sich sowohl an professionelle Guides als auch an interessierte Neueinsteiger, die Lust haben, mit Besucher*innen über die Ausstellung zu sprechen. Menschen, die eine eigene Geschichte mit der Stadt Jerusalem verband. Dabei ging es nicht um religiöse oder gar dichotome israelisch-palästinensische Perspektiven, sondern um vielfältige Sichtweisen: biografische, künstlerische, religiöse, utopische, politische, sehnsuchtsvolle und ganz persönliche Perspektiven auf Jerusalem.

41 Personen bewarben sich bei der HTW, 19 starteten mit der Weiterbildung, die von November 2017 bis März 2018 lief, und 17 absolvierten die gesamte Weiterbildung inklusive einer Probeführung durch die Ausstellung Welcome to Jerusalem im Jüdischen Museum Berlin.

Dr. Diana Dressel sagt rückblickend: »Wir alle – Teilnehmer*innen, Trainer und Mitarbeiter*innen der HTW und des Jüdischen Museums Berlin – haben viel gelernt: Die Arbeit im Team, als flexible Tandems. Spaß am Dialog, Lernen aus Fehlern. Und: Wir alle sprechen am liebsten über diejenigen Objekte in der Ausstellung, die bei uns selbst Emotionen oder Erinnerungen auslösen.«

Öffentliche Führungen und Gruppenführungen

Folgende Formate der Führung werden angeboten:

Alle Führungen werden von zwei Guides begleitet, die Ihnen die Ausstellung Welcome in Jerusalem und auch ihr ganz persönliches Jerusalem vorstellen.